Kleve: Düffelward – ganz mysteriös und einsam
VON JENNIFER MINKE - zuletzt aktualisiert: 14.11.2006Kleve (RPO). Paulas Mörder ist zurück gekehrt. Die Eltern sind hilflos und panisch. Hat er es auf die zweite Tochter abgesehen...? Eine riesige Auto-Kolonne ziert derzeit den Deich in Düffelward. 22 Drehtage verbringt das Fernseh-Team des WDR in dem kleinen Ort, um den Fernsehfilm „Das Opfer“ mit Jörg Schüttauf zu drehen. Das schöne restaurierte Haus von Stefan Ebben und seiner Familie ist Dreh- und Angelpunkt der Filmaufnahmen. Künstliches Licht strahlt an alle Ecken und Wände - kein Wunder, denn draußen es ist grau und es regnet die ganze Zeit.
Doch genau diese typischen Novembertage mit Sturm und Nässe passen zur Story. Diese ist durchaus düster und dramatisch. Autor und Regisseur Nils Willbrandt (SOKO Wismar) entschied sich für einen Film, in dem Trauer und Wut eine große Rolle spielen. Das Opfer, um das es geht, ist die zwölfjährige Paula, die vergewaltigt und ermordet wird. Nach elf Jahren wird Olaf, der Täter, frei gelassen und steht plötzlich vor dem Haus der Eltern des Mädchen. Mit der Rückkehr Olafs bricht die Verzweiflung, Wut, Angst und Ohnmacht der Eltern, die von Jörg Schüttauf (Tatort) und Inka Friedrich (Sommer vorm Balkon) gespielt werden, wieder aus ihnen heraus. Die Eltern leben in ständiger Panik, werden krank, vernachlässigen den Beruf. Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu .
Schauspieler Jörg Schüttauf zeigt sich von Düffelward begeistert: „Die Gegend hier passt einfach wunderbar. Es ist flach, geheimnisvoll und fast schon ein wenig mysteriös. Diese Einsamkeit macht den Ort so interessant.“ Obwohl die Schauspieler viele Drehtage am Niederrhein einlegten, hat niemand von ihnen viel gesehen. Morgens werden sie aus dem Hotel in Bocholt nach Düffelward oder nach Louisendorf, dort wurde auch gedreht (die RP berichtete), gefahren. Abends geht es wieder zurück nach Bocholt, aber im Dunkeln halten sich die Unternehmungen in Grenzen.
„Es ist schon schade, dass wir kaum etwas von der Gegend sehen. Aber das Haus, in dem wir drehen, liegt absolut optimal. Wir sind hier total nah an der Natur. Man erlebt den Sturm, den wechselnden Himmel total intensiv. Diese Naturgewalten passen zu den Gefühlen im Film“, erzählt Inka Friedrich.
„Hausherr“ Stefan Ebben ist allerdings froh, wenn er mit seiner Familie wieder die Ruhe und Idylle seines Hauses - ohne WDR - genießen kann.
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