Kleve: Ein Bambi an eine Kleverin
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 12.11.2010 - 11:18Kleve (RPO). Die Kleverin Daniela Lesmeister hat am Donnerstag in Berlin einen Bambi bekommen: Der Preis wurde in der Kategorie "Stille Helden" verliehen und ist den Spezialisten der I.S.A.R. gewidmet, die weltweit im Einsatz sind.
Riesenfreude bei der I.S.A.R. Germany: Die Vorsitzende der am Niederrhein heimischen Hilfsorganisation, Dr. Daniela Lesmeister, ist Donnerstagabend in Berlin mit einem "Bambi" im Fernsehen ausgezeichnet worden. Die Jury sprach der Kleverin einen Preis in der Kategorie "Stille Helden" zu. Lesmeister widmet die vom Burda-Verlag vergebene Auszeichnung, die als wichtigster Medienpreis Deutschlands gilt, der gesamten I.S.A.R.
Bis zuletzt war es ein gut gehütetes Geheimnis. Bereits im September war ein Kamerateam am Niederrhein, um Filmmaterial über die I.S.A.R. und ihre Vorsitzende zu drehen. Doch selbst die meisten Mitglieder der Hilfsorganisation erfuhren erst kurz vor der live im Fernsehen übertragenen Preisvergabe von der Auszeichnung. Sie erhoffen sich nun, dass ihre Arbeit künftig besser wahrgenommen und gewürdigt wird.
Spenden gebraucht
Nach wie vor ist die Hilfsorganisation deshalb auf weitere finanzielle Hilfe angewiesen.
Die Bankverbindung lautet: I.S.A.R. Germany, Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr. 118 25 00 BLZ: 370 205 00.
"Alle Einsätze müssen von unserer Organisation selbst finanziert werden", berichtet Pressesprecher Mark Rösen. Deshalb sei es wichtig, genügend Spender von der Arbeit von I.S.A.R. zu überzeugen. In den letzten Jahren haben wir bereits viele Partner gewinnen können, "weitere Unterstützung wird aber noch dringend benötigt".
Medium-Team der UNO
I.S.A.R. steht für "International Search and Rescue" und ist ein Zusammenschluss von Spezialisten, die nach Katastrophen und Unglücksfällen weltweit ehrenamtlich helfen. Die UNO hat sie als "Medium-Team" geprüft und zertifiziert. Damit ist die Truppe als qualifizierter Katastrophenhelfer international anerkannt. Die I.S.A.R. half 2004 nach dem Tsunami in Thailand, 2005 und 2007 nach Erdbeben in Pakistan und Peru und letztes Jahr nach der Erdbebenkatastrophe in Indonesien. In der vergangenen Woche wurden Mitglieder nach Haiti entsandt, um dort Medikamente zur Cholera-Behandlung zu übergeben. Zudem wurden Schulkinder in Haiti im richtigen Verhalten bei Erdbeben geschult.
In Haiti war die I.S.A.R. bereits nach dem Erdbeben im Januar dieses Jahres im Einsatz. Damals war unter anderem eine Schule eingestürzt; die Trümmer begruben Hunderte von Kindern. Acht Tage lang suchten die Helfer mit Hunden nach Verschütteten und versorgten Verletzte.
Sie wurden in Haiti mit unendlich viel Leid konfrontiert. Selbst für gestandene Katastrophenschützer, die bereits zahlreiche Auslandseinsätze hinter sich hatten, war dieser Einsatz eine besondere Herausforderung. Die Arbeit der Hilfsorganisation läuft ehrenamtlich. Nahezu alle Spenden fließen direkt in die Einsätze bzw. in spätere Hilfsaktionen, so wie in der vergangenen Woche in Haiti.
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