Kleve: Ein Gottesdienst für alle
VON GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009 - 11:28Kleve (RPO). Die evangelische Kirchengemeinde in Kleve will ihre Besucher in einer gemeinsamen Feier vereinen. Im Rahmen einer gemeinsamen Gottesdienstliturgie soll es Angebote für unterschiedliche Gruppen geben.
Gottesdienste
In der Evangelischen Kirche in Kellen, die von Pfarrer Achim Rohländer betreut wird, soll es auch eine Vielfalt geben, aber die traditionelle Gottesdienstform soll dort erhalten bleiben.
So können Gemeindemitglieder, die sich nicht auf die Veränderungen einlassen wollen, in Kellen zum Gottesdienst gehen. Die Zeit wird auch dort auf 10.30 Uhr verlegt.
Ein ehrgeiziges Ziel hat sich die evangelische Kirche in Kleve gesetzt – eine nahezu Verdoppelung der Kirchenbesucherzahlen bis 2013. Wie das Pfarrerteam das Erreichen möchte? Mit einem Gottesdienst für alle.
Nach einem Probejahr mit Gottesdiensten um 9.30 Uhr für die eher traditionellen Predigtbesucher und einem Familien- und Kindergottesdienst um 11 Uhr werden beide im neuen Jahr um 10.30 Uhr zusammengeführt. Dennoch soll für alle etwas dabei sein, denn "wir bieten ein differenziertes Angebot im gemeinsamen Rahmen für bis zu fünf Gruppen", erklärt Pfarrerin Elisabeth Schell.
Nicht auf Predigt verzichten
Den Rahmen soll eine gemeinsame Gottesdienstliturgie bilden. Mit einer zeichenhaften Eröffnung beginnt der Gottesdienst, nach einem Teil aus der Bibel – Lesung oder Bibelspiel – trennen sich die Gruppen und verteilen sich in dem weitläufigen Gemeindehauskomplex.
Dort soll es Gottesidenstteile geben, die speziell auf Predigbesucher oder auf junge Familien mit Kindern oder auch Jugendliche zu geschnitten sind. Zu einer Bündelung mit Kollekte, Fürbitten und Liedern kommt die Gemeinde wieder zusammen. Ein Team aus sechs Ehrenamtlichen und drei Pfarrern wird die Gottesdienste vorbereiten. Und es gebe Angebote von weiteren Gemeindemitgliedern die bereit seien sporadisch mitzuwirken.
"Wir hoffen, dass die Liturgie lebendiger wird", so Pfarrer Oskar Greven. Ein neues Liederbuch wurde auch angeschafft, das soll aber nur das bisherige Gesangbuch ergänzen, nicht ersetzen. Dass es viele Fragezeichen bezüglich der Auflockerung der Liturgie von Seiten der traditionellen Besucher gibt, ist Greven dabei bewusst. Aber auch für die Kinder wird es einige Neuerungen geben, so werden sie auch traditionelle Teile wie das Glaubensbekenntnis kennen lernen. Für schlecht hält er dies nicht.
Als Probezeit will Pfarrerin Schell die neue Ordnung nicht wieder ansehen, das könne der Gemeinde nicht auf Dauer zugemutet werden, aber "es ist wieder ein Prozess, in dem wir lernen werden". Das Pfarrteam, das durch Schells Ehemann Pfarrer Martin Schell ergänzt wird, hofft auf regelmäßige Rückmeldungen zum Konzept aus der Gemeinde. Angesetzt ist es zunächst bis zur Gemeindeversammlung im September.
Eine Stunde Gottesdienst
An der Gottesdienstdauer wird sich durch das neue liturgische Konzept nichts ändern. "Es wird weiterhin eine Stunde dauern", so Greven. Getrennt feiert die Gemeinde davon nur etwa 20 bis 25 Minuten in den einzelnen Gruppen. Die neuen Zeiten wurden in der Stadt bereits angeschlagen.
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