Kleve: Ein interkommunales Bad
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 03.08.2010Kleve (RPO). Die Zukunft des "BedburgerNass" ist ungewiss. Fest steht, dass das Hallenbad ein großes Loch in den Haushalt der Gemeinde frisst und aufwendig saniert werden muss. Silke Gorißen (CDU) stellt eine Alternative vor – mit Kleve.
Bedburg-hau-schneppenbaum Auf die Bedburg-Hauer Ratsmitglieder warten unbequeme Zeiten. Haben sie bei der vergangenen Ratssitzung den Tagungsordnungspunkt "BedburgerNass" noch vertagt, so werden sie sich sehr bald Gedanken über das Hallenbad am Rosendaler Weg machen müssen. Ob das in oder erst nach der Sommerpause geschieht, hängt von den ausstehenden Gutachten und Zahlenwerken ab. Fest steht jedoch, die politischen Vertreter entscheiden noch in diesem Jahr über die Zukunft des "BedburgerNass" – denn die steht auf der Kippe.
Ein Loch von insgesamt 268 000 Euro riss das Hallenbad in den Gemeindehaushalt von 2009, wie Bürgermeister Peter Driessen auf Anfrage der Rheinischen Post erklärte. Dennoch wünscht er sich nichts mehr als den Erhalt des Hallenbades. "Am liebsten die nächsten 25 Jahre", sagt Driessen. Denn das Hallenbad in Schneppenbaum sei die einzige Stätte in der Gemeinde, wo die Bürger ohne Vereinszugehörigkeit Sport machen könnten. Es sei ein Kleinod, das sowohl von den Bedburg-Hauern, als auch von Auswärtigen gerne genutzt und geschätzt wird. Doch angesichts der angespannten Haushaltslage und den immensen Sanierungskosten weiß er, wie sensibel dieses Thema doch ist.
Das "BedburgerNass"
Eröffnung: Das Hallenbad wurde 1975 in Betrieb genommen.
Angebot: Ein Schwimmbecken (25x10 Meter) sowie ein Nichtschwimmerbecken (8x10 Meter), keine Sauna, kein Wellnessbereich. Schwimmkurse und Abnahme von Schwimmabzeichen.
Mitarbeiter: Acht Angestellte
Nutzung: Familienbad, Sommerferien-Aktion, Spaßbad, Früh und Babyschwimmen. Weitere Nutzer sind Schulen, Vereine und Einrichtungen aus dem Gemeindegebiet und den Nachbarkommunen.
Preise: 2,80 Euro für Erwachsene, 1,40 Euro für Kinder.
Internet: www.bedburgernass.de
"Wir werden uns in der Sondersitzung fragen müssen, ob wir uns ein Hallenbad auf die Dauer noch leisten können", sagt auch Silke Gorißen, Chefin der Bedburg-Hauer CDU-Ratsfraktion. Allein die Sanierung koste 600 000 Euro – Minimum. "Und die laufenden Kosten kommen dann noch hinzu. Das müssen wir erst einmal tragen und auch verantworten", so Gorißen.
Auch sie ist in erster Linie für den Erhalt und gegen eine Schließung. Als Alternative kann sie sich jedoch eine interkommunale Lösung vorstellen, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion verrät. "Bedburg-Hau und Kleve haben zwei alte, teure und sanierungsbedürftige Hallenbäder. Da stellt sich doch die Frage, ob es vielleicht nicht sinnvoller wäre, wenn sich beide Kommunen zusammenschließen und gemeinsam ein neues Hallenbad bauen – vielleicht sogar mit Saunalandschaft, falls man einen privaten Investor findet", so die Fraktionsvorsitzende der Bedburg-Hauer Christdemokraten. Als möglichen Standort nennt sie das Freizeitbad Sternbusch in Kleve. "Das liegt in unmittelbarer Nähe zum Bedburg-Hauer Grenzgebiet." Doch bevor sie ihre Gedanken vertieft, möchte sie sich erst einmal das bereinigte Zahlenwerk anschauen. "Erst dann werden wir genau wissen, wie es mit dem Schneppenbaumer Hallenbad weitergeht", so Gorißen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







