Kleve: Ein Jahr Au-Pair in Irland
VON NATALJA BRUCK - zuletzt aktualisiert: 22.07.2010Kleve (RPO). Die 19-jährige Lisa Elbers aus Kessel lässt sich auf das Abenteuer als Kindermädchen ein. Ein Jahr lang wird sie bei einer Gastfamilie auf der Grünen Insel wohnen und arbeiten. Sie macht nach dem Abitur ganz bewusst ein Jahr Pause vom Lernen. Dafür macht sie sich mit einer neuen Kultur vertraut.
GOCH-KESSEL 643 Einwohner hat der kleine Ort Cratloe in der Nähe von Limerick im Westen der grünen Insel. Ab Mitte Juli wird es einer mehr sein. Dann wird Lisa Elbers sich auf den Weg in ihr Au-Pair Jahr machen. "Dass es Irland geworden ist, war Zufall", lacht Lisa. Seit Januar stand ihr Entschluss fest, nach dem Abitur an der Gaesdonck nicht sofort zu studieren, sondern ein Jahr Pause von Schule und Lernen zu machen.
Kontakt über E-Mail
"Ich habe mich auf einer Website angemeldet, bei der sich Au-Pairs mit einem Profil vorstellen", erklärt Lisa. Schon wenig später meldete sich Familie O'Brien aus Cratloe, die ein Au-Pair für ihre drei Kinder suchte. Der Kontakt lief zunächst über E-Mail, aber bald folgte der erste Anruf der O'Briens – und für Lisa stand fest, dass es mit dieser Familie klappen würde.
Worterklärung
Die Bezeichnung Au-Pair kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie "auf Gegenleistung". Neben Kost und Logis bekommen die Au-Pairs ein kleines Taschengeld von ihrer Gastfamilie und haben Anspruch auf freie Tage und Urlaub.
"Die Familie war am Telefon sehr sympathisch und es hat sofort alles gepasst", freut sich Lisa. Dass ihre Gastmutter mit Vornamen ebenfalls Lisa heißt, nimmt sie als gutes Omen für die 12 Monate in Cratloe. Dort erwarten sie ein eigenes Zimmer und Ian, Marc und Jane, die drei kleinen Kinder der Familie. Die wird Lisa versorgen, während deren Eltern arbeiten. "Ich kümmere mich um die Kinder und erledige kleine Aufgaben im Haushalt, aber ich bin keine Haushaltshilfe", stellt Lisa klar. Sie hat auch schon Kontakt zu anderen Au-Pairs, die ebenfalls bei Familien in Cratloe und Umgebung wohnen und tauscht sich regelmäßig mit dem vorherigen Au-Pair-Mädchen ihrer Gastfamilie aus.
Lisas Familie in Kessel sieht ihren Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Wir freuen uns für Lisa, dass sie das Au-Pair-Jahr machen kann, aber wir werden sie sicher auch vermissen", erklärt Lisas Mutter Gabi Elbers. Der jüngere Bruder Felix (17) kann der Situation auch etwas Gutes abgewinnen: "Wenn Lisa weg ist, kann ich an den Wochenenden Freunde in ihrem Zimmer einquartieren."
Neben der Arbeit möchte Lisa in dem Jahr ihres Aufenthalts auch etwas von Irland sehen. "Ich habe fest vor, an den Wochenenden mal nach Dublin oder Cork zu fahren, und Nordirland ist auch fest eingeplant", erzählt die Abiturientin mit Lieblingsfach Erdkunde. Ihre einzige Sorge: Der irische Linksverkehr auf Straßen. "Meine Gastmutter hat versprochen, dass sie mir am Anfang einige Fahrstunden gibt", lacht Lisa, "aber die langen Strecken fahre ich dann doch lieber mit dem Bus."
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