Kleve: Ein Lotse für die Hochschule
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 25.08.2009Kleve (RPO). Die Hochschule ist da, die ersten Studenten sind eingeschrieben. Aber die Hochschule Rhein-Waal (HRW) soll nicht nur junge Menschen in die Stadt an der Grenze zum prosperierenden Wirtschaftszentrum in den Niederlanden Nimwegen/Arnheim ziehen und die Zukunft der Stadt in der Auseinandersetzung mit anderen Kommunen sichern. Ganz große Hoffnungen liegen in der HRW als Zugpferd für die Wirtschaftsentwicklung von Kreis und Kreisstadt. Es gibt genügend Beispiele, wo sich an der Neugründung einer Hochschule viele kleine, spannende, innovative Betrieben ansiedelten und die Wirtschaftkraft ankurbelten.
Jüngst warf Kleves FDP-Bürgermeisterkandidat Sven Rickes in die Diskussion um die Vorbereitung solcher Ansiedlungen ein, dass ihm da zuwenig passiert sei, man könne keine Konzepte nachlesen. Das brachte Kleves Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl auf die Palme: Er habe sehr wohl ein Konzept für Wirtschaft und Hochschule in Vorbereitung, sagte er jetzt im RP-Gespräch: Es sei, auch in enger Abstimmung mit Hochschule-Präsident Prof. Marie-Luise Klotz, über die Sommermonate vorbereitet worden und werde morgen in der Jahrespressekonferenz des Technologiezentrums Kleve (TZK) vorgestellt. "Denn noch liegt das Thema beim TZK", unterstreicht Röhrl.
Gründungslotsen
Das Konzept sehe unter anderem einen Gründungslotsen vor, der Wirtschaft und ansiedlungswillige Unternehmen sowie künftige Ingenieure zusammenführen kann. "Es geht darum, einen zentralen Partner zu haben, der sich bei Ausgründungen aus der Hochschule auskennt und solche Geschichten koordinieren kann", sagt Röhrl. Das reiche von der Diplom-Arbeit bis hin zur Entwicklung der Marktreife einer neuen Technik, so der Klever Wirtschaftsförderer. Zusätzlich kenne sich ein solcher Lotse auch mit den entsprechenden Bankinstituten aus, weiß, wie man eine Gründung aus der Hochschule heraus finanzieren kann.
"Zudem möchten wir als Technologiezentrum die nötige Infrastruktur für eine solche Gründung für einen bestimmten zeitraum zur Verfügung halten", sagt Röhrl. Man sehe also, es fehle keines an einem Technologie-Transfer-Konzept der Stadt Kleve.
Dabei legt Röhrl in seinem Konzept die Messlatte hoch an: Durch das Konzept soll der Gründungsstandort Kleve so attraktiv gestaltet werden, dass es sich lohnt, in Kleve sein unternehmen zu gründen und zu entwickeln, heißt es im Vorwort.
Für Röhrl steht fest, dass das neue Konzept mit dem Start der Hochschule vorliegen soll und auch sofort an dessen Realisierung gearbeitet werden kann.
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