Kleve: Ein Spürhund im Gefängnis
VON GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 30.04.2010 - 09:44Kleve (RPO). Im Klever Gefängnis ist seit vergangener Woche einer von vier landesweit tätigen Drogenhunden im Einsatz. Besonders bei der Drogenmissbrauchsprävention soll der vierbeiniger Mitarbeiter helfen.
Die Justizvollzugsanstalt Kleve (JVA) ist eins von vier Gefängnissen in Nordrhein-Westfalen, das jetzt über einen Rauschgiftspürhund verfügt. In der vergangenen Woche hat Maja, die temperamentvolle Malinois-Hündin, ihr Zeugnis bekommen. Vier Monate seien die belgische Schäferhündin und ihr Hundeführer Hugo Hinkelmanns im Landesamt für Ausbildung in Schloss Holte Stukenbrock trainiert worden, sagte Thomas Nebel, stellvertretender Leiter der JVA Kleve. Und die beiden sind nach fünf Monaten Eingewöhnungszeit ein gutes Team.
Hilfe vom Zoll
Die knapp zweieinhalbjährige Maja ist bei der Polizei groß geworden, inzwischen lebt sie bei Familie Hinkelmanns. Die Drogenhunde in Gefängnissen sind ein Pilotprojekt in NRW. Bis Ende Juni kommenden Jahres werden sie in den vier Anstalten getestet, dann wird entschieden, ob mehr ausgebildet werden. "Bislang haben wir für Durchsuchungen mit dem Zoll zusammengearbeitet", erklärt Peter van Campen, stellvertretender Chef der uniformierten Wachen. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Anfragen anderer Anstalten für einen Einsatz des Klever Hundes. Aber dieser wird die ersten Monate nur in der Kreisstadt im Einsatz sein.
Hund und Herrchen
Diensthunde sind qua „Amt“ von der Hundesteuer befreit. Sie leben in der Familie ihres Hundeführers. Für Maja hat die zuständige Landesbehörde einen Zwinger bei Hinkelmanns gebaut. Geld bekommt der belgische Schäferhund für seine Arbeit nicht. Aber der Diensthundeführer erhält 85 Euro zusätzlich im Monat.
"Maja ist auf sieben Gifte konditioniert", sagt Hundeführer Hinkelmanns. Ihre scharfe Nase erschnuppert zielsicher Haschisch, Marihuana, Kokain, Opium, Heroin, Extasy und Amphetamine. Derzeit wird sie noch für das Finden einer typischen Ersatzdroge ausgebildet. Kontrollen von Zellen, des Sportplatzes, der Werkstätten und des gesamten Geländes stehen auf der Tagesordnung von Hugo Hinkelmanns und Maja. "Eine Routine bei den Kontrollen wird es aber nie geben", sagt Evelyn Freitag. Sie ist in der JVA für Sicherheit und Ordnung zuständig und ihr untersteht auch der Hundeführer.
Ausgelassenes Spielen
Hinckelmann macht deutlich, dass Maja ein reiner "Spielhund" ist. Wenn sie etwas findet, belohnt ihr Teamkamerad sie mit einem fast ausgelassen anmutendem Spiel. Viele Malinois werden zu Schutzhunden ausgebildet. Das kam für die belgische Schäferhündin allerdings nicht in Frage. "Ihr fehlte da die letzte Wildheit", sagt ihr Hundeführer. Nicht unbedingt ein Nachteil, verträgt sie sich dadurch doch gut mit dem Familienhund der Hinkelmanns.
Ob die eigentliche Zahl der Drogenfunde in Zellen durch Maja steigt, weiß auch Evelyn Freitag nicht. Aber sie verspricht sich große Erfolge bei der Prävention von Drogenmissbrauchsfällen durch den Hund.
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