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Kleve: Ein Streik für die Tonne

VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 19:25

Kleve (RPO). Zu einer ver.di-Kundgebung nach Duisburg waren am Donnerstag auch Busfahrer und Mitarbeiter der USK gereist. Der Ausflug hatte überschaubare Auswirkungen: In Kleve blieb der Papiermüll stehen – am Bahnhof einige Pendler.

Die Tonne ist voll – und sie blieb es gestern auch: für Frederic Cloudt kein großes Problem.  Foto: RPO
Die Tonne ist voll – und sie blieb es gestern auch: für Frederic Cloudt kein großes Problem. Foto: RPO

Frederic Cloudt (24) arbeitet im Game-Shop auf der Großen Straße in Kleve. In seinem Laden fällt reichlich Müll an. Zwei grüne Tonnen stehen randvoll vor dem Geschäft. Und dort blieben sie am Donnerstag auch. Der Spiele-Fachmann wusste zunächst nicht genau warum: "Warnstreik? Auch ja, es geht um die fünf Prozent. Find ich in Ordnung. Die Leute arbeiten ja auch hart." Gestern aber nicht. Zumindest nicht alle. Rolf Janssen, Leiter der Umweltbetriebe der Stadt Kleve, musste auf etwa 50 seiner 170 Beschäftigen verzichten. Die waren dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di gefolgt und zur Kundgebung nach Duisburg gereist. "Den Restmüll haben wir noch abholen können. Das Papier blieb stehen", sagt Janssen. Der USK-Chef hat Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Abteilung "Entsorgung" zugeteilt: "Restabfall hat Priorität."

Info

20 Fahrer streikten

Bei der NIAG-Niederlassung in Kleve beteiligten sich etwa 20 von 25 organisierten Mitarbeitern an dem Warnstreik. Das ist etwa ein Drittel der kompletten Mannschaft, wie Niederlassungsleiter Kannenberg erklärte. Der Chef hatte gestern ab 4 Uhr in der Disposition mitgearbeitet. Heute soll der Fahrbetrieb bis auf wenige Ausnahmen wieder normal laufen. "Aufgrund von Lenk- und Ruhezeiten dürfen nicht alle Fahrer wie gewohnt eingesetzt werden", so Kannenberg.

"Fünf Prozent – voll in Ordnung!"

Die Auswirkungen aufgrund der personellen Ausfälle bei der USK hatten überschaubare Ausmaße. "Dann bleibt eben einmal die Papiertonne stehen", sagte Werner Artz (50). Er hatte auch Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaft: "Fünf Prozent sind voll in Ordnung. Alles wird teurer. Bei den Jungs wird gefeilscht bis zum geht nicht mehr, und die Politiker stecken sich die Taschen voll. Für zweimal Kaffeetrinken mit Plätzchen 30 000 Euro. Herzlichen Glückwunsch!"

Bei dem Klever Ralf Daute, Anwohner des Grünen Heidebergs, sorgte der Streik nur vorübergehend für Begeisterung. Er hatte vergessen, seine Tonne an den Straßenrand zu ziehen. Angesichts der vollen grünen Gefäße in der Nachbarschaft stellte er seinen Abfall erst gegen Mittag raus: "Super, die waren ja noch gar nicht hier", freute sich der 44-Jährige für ein paar Stunden.

Zusätzliche Kosten

USK-Chef Rolf Janssen bittet darum, die nicht geleerten Gefäße heute erneut an den Straßenrand zu stellen. So dass entweder im Laufe des Tages oder aber spätestens am Montag der liegengebliebene Müll abgeholt werden kann. Den Warnstreik und die Forderungen der Gewerkschaft ver.di will Janssen nicht bewerten: "Da halte ich mich raus. Ich bin dafür da, die betrieblichen Interessen zu vertreten. Nur ist klar, dass die Umsetzung der Forderungen zusätzliche Kosten verursacht." Wie gesagt: Alles wird eben teurer.

Quelle: RP

 
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