Kreis Kleve: Endlich für Nachwuchs werben
zuletzt aktualisiert: 19.07.2011Kreis Kleve (RP). Ein "massives Nachwuchsproblem" sieht die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten im Gastgewerbe und außerdem im Bäckerhandwerk des Kreises Kleve. Es drohe erheblicher Personalmangel in beiden Bereichen.
44 offene Lehrstellen für Köche – diese Zahl spreche für sich, berichtet die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Sie sieht ein sehr massives Nachwuchsproblem. Für den Kreis Kleve gilt: "Lehrstellen in Gastgewerbe und Bäckereien gehen Bewerber aus."
Die Gewerkschaft, so Hans-Jürgen Hufer, Geschäftsführer der NGG-Region Nordrhein mit Sitz in Oberhausen, befürchtet in der Folge einen erheblichen Personalmangel in Restaurants, Hotels und Bäckereien im Kreis Kleve. "Bei der Arbeitsagentur in Wesel sind derzeit allein für den Beruf des Kochs 44 offene Lehrstellen gemeldet. Insgesamt sind in der Gastronomie 88 Ausbildungsplätze unbesetzt – von der Restaurantfachfrau bis zum Hotelkaufmann. Auch im Bäckerhandwerk gibt es Nachwuchssorgen. Den Lehrstellen gehen schlichtweg die Bewerber aus", sagt Hans-Jürgen Hufer.
Kontakt
Weitere Infos zum Thema bei der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, Bürogemeinschaft Duisburg-Gelsenkirchen-Mülheim Oberhausen, Im Lipperfeld 33, 46047 Oberhausen.
Region Nordrhein: Tel. 0208 3058212; Region Ruhr: Tel. 0208 3058230. www.ngg.net.
Häufig zu unattraktiv
Der Geschäftsführer der NGG-Region nennt den Grund: Die Ausbildungsplätze im Gastgewerbe und in Bäckereien seien für viele Bewerber zu unattraktiv. "Fehlende Perspektiven, geringe Bezahlung und überlange Arbeitszeiten schrecken Jugendliche ab", berichtet Hufer. Das zeigten viele Gespräche, die die Gewerkschaft geführt habe.
Den Grund hierfür sieht Hufer ganz klar bei den Betrieben selbst: "Das Nachwuchsproblem ist ganz klar 'hausgemacht'. Mit unattraktiven Lehrstellen haben Restaurantchefinnen und Bäckermeister keine Chance im längst begonnenen Wettlauf um die Bewerber", so Hans-Jürgen Hufer. "Da geht es eben nicht mehr, dass Azubis als billige Arbeitskräfte ausgenutzt oder ihnen nach der Ausbildung lediglich 400-Euro-Jobs angeboten werden". Dass in der Gastronomie sehr stark mit Aushilfen gearbeitet werde, sei gang und gäbe.
Gastgewerbe und Bäckereihandwerk im Kreis Kleve müssten, so die Forderung der NGG, stärker und offensiver um Nachwuchs werben – mit Lehrstellen, die Jugendlichen attraktive Arbeitsbedingungen böten. "Letztendlich haben es die Chefs der jeweiligen Betriebe selbst in der Hand, ob in den Restaurants künftig nur noch auf Sparflamme gekocht werden kann", so Hufer.
Angesichts der Ausbildungslücke auf die verstärkte Anwerbung osteuropäischer Arbeitnehmer zu setzen, sei keine Lösung für das Nachwuchsproblem. Nur gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen böten die Chance, dem drohenden Fachkräftemangel im Gastgewerbe und Bäckerhandwerk wirksam zu begegnen. Es geht, so das Fazit der Gewerkschaft, um die Attraktivität gleich mehrerer Berufe in der Region.
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