Kleve: Es werde Konzentration
VON LENA VERFÜRTH - zuletzt aktualisiert: 09.12.2008Kleve (RPO). Auf Einladung von Dr. Reinhold Tobisch haben ein zwei Philips-Vertreter einen Studie über den Einfluss der Beleuchtung auf den schulischen Erfolg vorgestellt. Bessere Noten durch die richtigen Lampen?
Die Kosten
Um eine Raumstimmung durch Lichtintensität und Farbtemperatur zu erzeugen, werden aus drei Leuchtstoffen die erwünschten Programme zurecht gemischt.
Hohensee hat ausgerechnet, dass
das Personal Light pro Jahr und Schüler fünf Euro kostet.
Bisher ist das dynamische Licht, das ursprünglich für die Industrie entwickelt worden war, nur im oberen Preissegment zu haben, ab Februar soll es auch im „mittleren Segment“, so Hohensee weiter, zu haben sein.
Licht stand sehr weit oben auf Gotts schöpferischem Wochenplan – und das nicht ohne Grund. Die Heilkraft des Lichts wird bei der Behandlung von Depressionen und Schlafstörungen eingesetzt, ebenso bei Neurodermitis. Bei schummrigem Dämmerlicht haben zwei Experten Vertretern von Schulen und den Klever Fraktionen verdeutlicht, dass die richtige Beleuchtung auch für die Konzentration und Gemütslage von Schülern bedeutsam ist.
Dynamisches Licht
Reinhold Tobisch, praktizierender Arzt und Stadtverordneter der Stadt Kleve (FDP) hatte Günter Hohensee und Nino Wessolowski von der Firma Philips eingeladen, die ihre Untersuchungen zum „Dynamischen Licht in Schulen“ vorstellten. Durch Zufall war er auf das Projekt gestoßen und war begeistert. „Ich hab gedacht, dass das in eine Stadt, wo Innovation Einzug hält, hingehört“, sagt Tobisch.
An drei Hamburger Schulen testete das Unternehmen in Kooperation mit dem Uniklinikum Hamburg-Eppendorf die Wirkung des Beleuchtungsstärke und Farbtemperatur auf den Schulalltag. 166 Schüler und 18 Lehrer wurden befragt, getestet gefilmt und natürlich beleuchtet.
Das Ergebnis: Unterschiedliches Licht wirkt sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit der Schüler aus,; unter abgedunkeltem, gelblichem Licht (Programm „Beruhigen) bewegten sich die Kinder weniger – natürlich war es noch hell genug um zu schreiben – beim Programm „Konzentrieren“ erstrahlten die Leuchtkörper in hellem, weißem Licht, nicht zu verwechseln mit dem hellen, bläulichen Licht, das aktivierend wirken sollte. Da die Ergebnisse der Studie signifikant sind, so die Experten, können sie auf 95 Prozent aller Schulen deutschlandweit übertragen werden.
Der Grund für die Durchschlagkraft des Lichts: Es steuert, welche Hormone ausgeschüttet werden, manche machen munter, andere träge. Damit nun kein Lehrer auf die Idee kommt, unaufmerksame Schüler mit allzu heftiger Lichtdusche zu überfordern, soll das Programm nur gelegentlich manuell eingestellt werden. „Ziel ist nicht, den ganzen Tag wie Hühner inKäfighaltung mit hellem Licht zu bombardieren“, sagt Hohensee. Es gehe vielmehr um einzelne Schulstunden, in denen zum Beispiel gerade Tests geschrieben wird. Ansonsten simuliert das dynamische Licht automatisch den Tagesablauf, um den Biorhythmus zu schonen.
Bei den Schulleitern kam die Idee gut an. Knackpunkt ist die Kostenfrage. Gegenüber modernen, normgerechten Lichtanlagen ist das „Personal Light“ bis zu 15 Prozent teurer. Im Vergleich zu alten Lichtsystemen ist es allerdings auch energiesparender. Angesichts vieler sanierungsbedürftiger Schulen – und dem anstehenden Bau der FH – dennoch eine Überlegung wert, so der Tenor der Diskussion.
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