Kreis Kleve: Es wird besser – und schlechter
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 02.12.2006Kreis Kleve (RPO). Die Zahl der Optimisten steigt – und die der Pessimisten auch. Das geht aus dem „Lagebericht Mittelstand“ der Volksbank hervor, der erstmals auch den Südkreis erfasst. Je größer der Betrieb, desto besser die Stimmung.
Die Befragung
Die Volksbank befragte 1932 mittelständische Betriebe aus ihrer Kundschaft, 832 verwertbare Fragebögen kamen zurück. Das entspricht einer Quote von 49,9 Prozent und ist repräsentativ.
Die Stimmung in den mittelständischen Betrieben im Süd- und Mittelkreis ist so gut wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Und: Die Zahl der Betriebe, die für 2007 eine bessere Geschäftslage als im Vorjahr erwartet, liegt deutlich höher als im jahr 2005. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht Mittelstand hervor, den die Volksbank an der Niers gestern in Goch vorstellte.
Größerer Betrieb = bessere Lage
Der Bericht sagt allerdings auch: Die Zahl der Unternehmen, die 2007 mit einem schlechteren Geschäftsverlauf rechnet, ist in einigen Branchen und Städten ebenfalls gestiegen. Volksbank-Vorstand Ludger Kersten: „Die Linie verläuft zwischen den kleinen Betrieben und denen, die mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigen. Bei den großen Betrieben ist die Stimmung deutlich besser, sie sind meist weit über den lokalen Markt hinaus aktiv, aber die kleinen tun sich schwer, Personal einzustellen.“
14 Prozent planen Entlassungen
Aufgrund des Umfrageergebnisses rechnet die Volksbank damit, dass das Wachstum im kommenden Jahr am Niederrhein sichtbar wird: „Die Antworten sollten darauf schließen lassen, dass wir mit Investitionen und Einstellungen von Mitarbeitern rechnen können“, so Josef Stegmann, Bereichsleiter Vertriebs- und Marktunterstützung. Allerdings: 14 Prozent der Unternehmen werden im kommenden Jahr Mitarbeiter entlassen, nur neun Prozent werden neue Mitarbeiter einstellen.
Im Bereich „Spedition, Verkehr, Lagerei“ rechnen 48 Prozent der Betriebe mit einer Verschlechterung der Ertragslage, im Dienstleistungssektor 27 Prozent mit einer Verbesserung. Den dicksten Knick bei den Erträgen (minus 22 Prozent) müssen die Gartenbauer hinnehmen, wogegen im Bereich des verarbeitenden Gewerbes die erzielten Preise um 30 Prozent angestiegen sind. Insgesamt gehen 32 Prozent der Betriebe 2006 von einer verbesserten Ertragslage aus, dies waren 2005 nur 22. Genau umgekehrt rechnen nur 22 Prozent mit einer Verschlechterung, wogegen das im Vorjahr 30 Prozent taten.
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