Kreis Kleve: Fachhochschule für Heilberufe in die Kliniken?
zuletzt aktualisiert: 28.06.2008Kreis Kleve (RPO). Der Kreis Kleve hat beschlossen hat, einen Antrag für eine Fachhochschule zu stellen. Einen möglichen Standort sieht Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen in den leer stehenden Häusern der Rheinischen Kliniken, die wie ein Campus angeordnet sind und auch Unterkündte für Studenten hätte. RP-Redakteur Matthias Grass sprach darüber mit dem Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug in NRW, Uwe Dönisch-Seidel, der für alle forensischen Kliniken in Nordrhein-Westfalen zuständig ist, in denen straffällig gewordene psychisch kranke oder abhängige Menschen behandelt werden.
Herr Dönisch-Seidel – in Bedburg-Hau schlägt man vor, dort die Fachhochschule für den Kreis Kleve für Heilberufe einzurichten – gibt es einen Bedarf für solche Berufe?
Uwe Dönisch-Seidel Der Bedarf ist grundsätzlich da, vor allem auch im forensischen Bereich – wie Sie wissen, richten wir in Nordrhein-Westfalen gerade diverse forensische Kliniken ein, jüngst erst der Ersatzneubau in Bedburg-Hau. Allein für diesen Bereich der Heilberufe besteht ein Bedarf. Es ist manchmal schwer, an gut ausgebildete Fachkräfte zu kommen. Hier könnte ich mir schon Einrichtungen für eine Aus- und Weiterbildung vorstellen.
Gibt es bereits Studiengänge, die hier gebraucht würden?
Dönisch-Seidel Zum Beispiel die Kreativtherapie, die ja auch in den Niederlanden als Studiengang angeboten wird. Auch weitere Heilberufe, andere therapeutische Berufe würden passen. Das würde auch in die Region passen, die ja diesseits und jenseits der Grenze viele entsprechende Kliniken hat – in Deutschland beispielsweise Viersen und Bedburg-Hau. Außerdem werden allein im Kreis Kleve schon viele Sozialberufe ausgebildet.
Der Bürgermeister von Bedburg-Hau verweist auf die leer stehenden Gebäude in den RheinisichenKliniken. Sind die Ihrer Meinung nach geeignet?
Dönisch-Seidel Da muss ich dem Bürgermeister recht geben – die Voraussetzung in Bedburg-Hau wären natürlich ausgesprochen gut. Auch mit Blick auf die schon laufende grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit niederländischen Fachhochschulen und Kliniken. Hier gibt es ein Netz. Da sind wirklich viele Möglichkeiten denkbar. Natürlich wünsche ich mir als Kreis Klever Bürger eine Fachhochschule in dieser Region.
Danke für das Gespräch.
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