Kreis Kleve: Fachhochschule Rhein-Waal
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 03.02.2009Kreis Kleve (RPO). Der erste Schritt von der Idee zur Wirklichkeit ist genommen: Montagmorgen wurden die beiden Gründungsbeauftragten für die Fachhochschule Nördlicher Niederrhein in Kleve mit Nebenstandort in Kamp-Lintfort, Prof. Marie-Louise Klotz und Dr. Martin Goch, im Maywaldsaal des Kreishauses vorgestellt.
Beide werden ihre Arbeit sofort aufnehmen und mit Verabschiedung des Gesetzentwurfes zum Ausbau der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen im Mai beginnen.
Die Ausrichtung
Marie-Louise Klotz hatte zu ihrer Vorstellung durch Innovationsminister Andreas Pinkwart einen wunderbaren Namensvorschlag mit nach Kleve gebracht, der einiges zum Standort und zur Ausrichtung der Schule preisgibt. "Da Nördlicher Niederrhein eher eine geografische Bestimmung des Ortes ist und wir viele Studenten für unsere künftige Fachhochschule gewinnen wollen, schlage ich Namen ,Fachhochschule Rhein-Waal' vor", sagte sie, und mit gewinnendem, Lächeln hatte sie gleich alle im Maywaldsaal versammelten Vertreter aus Politik und Wirtschaft hinter sich und ihren Vorschlag gebracht. Der Applaus war ihr gewiss.
Beginn WS 2009/2010?
In der Endausbaustufe wird die Fachhochschule Nördlicher Niederrhein, die vielleicht bald "Fachhochschule Rhein-Waal" heißt, rund 120 Professoren haben.
Beginn der Vorlesungen soll spätestens im Wintersemester 2010/11 sein. Die Gründungsbeauftragten Marie-Louise Klotz und martin Goch sidn aber zuversichtlich, vielleicht schon in diesem Jahr mit dem Vorlesungsbetrieb beginnen zu können. Dann wäre der Start der FH im Wintersemester 2009/10.
Damit wird die künftige Hochschullandschaft Nördlicher-Niederrhein auch in Richtung Niederlande erweitert. "Wir gehen als innovative Hochschule, die international ausgerichtet ist, ins Rennen", unterstrich Klotz. Ein Namen, den auch Wesels Landrat Dr. Müller begrüßte – auch wenn die Waal bekanntlich erst hinter Kleves nördlichem Stadtrand beginnt und damit bei Geschäftsführer der Regio Rhein-Waal, Erwin Schmitz, Begeisterung auslöste.
Zu den im Vorfeld heiß diskutierten Studentenzahlen konstatierte Pinkwart: "Es gibt keine festgesetzten Zahlen. Aber wir haben eine Tendenzaussage mit dem Hauptsitz Kleve, die bedeutet, dass sich der größere Teil der künftigen Fachhochschule auch in Kleve entwickeln wird. Wie man letztlich verfährt, darüber entscheiden die Gründungsbeauftragten". Hier gelte es für die Beauftragten, die Angebote aus der Wirtschaft aufzunehmen. Da hatte Landrat Wolfgang Spreen in seiner Rede auch die Fakten parat. "Die Wirtschaft im Kreis Kleve hat ein großes Interesse an der neuen Fachhochschule. Deshalb haben unsere Betriebe bereits 170 zusätzliche Ausbildungsplätze bereitgestellt. Und ich darf sagen: Tendenz steigend!", sagte Spreen. Außerdem bestehe die Bereitschaft, Kosten für Stiftungsprofessoren und mehr als 30 Stipendien für Studierende zu übernehmen, fügte Spreen an. Sein Dank galt, unter großem Beifall, der Wirtschaft im Kreis Kleve. Müller führte dagegen die BenQ-Gebäude ins Feld und die Option, dass sich die Schule an wieteren Standorten entwickeln könne. Goch dagegen betonte, man müsse erst die akademischen Fragen lösen – etwa welche und wie viel Fachrichtungen eingerichtet werden – bevor man sich Gedanken über die Gebäude machen könne. Was weitere Studienorte anbetrifft, werde man sich zunächst auf allein Kleve und Kamp-Lintfort konzentrieren müssen.
Ulrike Ulrich, Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag, brachte es auf den Punkt: "Ich bin absolut zufrieden. Das ist ein historisches Ereignis – wie haben in der Frage Fachhochschule alles richtig gemacht".
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