Kleve: Fast 900 haben schon gewählt
VON MARTIN KUHNEN - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Kleve (RPO). In den Rathäusern von Goch und Uedem ging an den ersten Tagen eine Flut von Briefwahlstimmen ein. Der Anteil der Briefwähler nimmt offenbar weiter zu.
Der Antrag
In den Ausführungsbestimmungen des Innenministeriums zum Thema heißt es, die Briefwahl könne schriftlich oder mündlich (nicht telefonisch!) beantragt werden. Auf www.goch.de kann ein Online-Antragsformular ausgefüllt werden. Auf www.uedem.de besteht die Möglichkeit, eine eMail ans Bürgerbüro zu schicken.
Auch Öffnungszeiten der Briefwahllokale sind dort zu finden.
Goch / Uedem Es rappelt schon mächtig im Karton – beziehungsweise es raschelt in der Urne. Seit Dienstag dieser Woche ist es allen Wahlberechtigten möglich, per Briefwahl abzustimmen, falls sie am 30. August, dem eigentlichen Wahltag, verhindert sind. Und die Bürger machen regen Gebrauch von dieser Möglichkeit. In der Gemeinde Uedem reichten bis gestern Mittag bereits 237 Briefwähler ihre Unterlagen ein, in der Stadt Goch waren es schon 648 – Tendenz rapide steigend.
Ein ganzer Schwung
"Das ist viel", meint auch Torsten Matenaers, Pressesprecher der Stadt Goch, "zumal ja noch Ferien sind. Nach den Ferien rechnen wir noch einmal mit einem ganzen Schwung." Bei der letzten Kommunalwahl 2004 lag der Anteil der Briefwähler in Goch bei 14 Prozent, das waren insgesamt 1853 Stimmberechtigte. Matenaers freut sich über die Flut an Briefwahlstimmen: "Vielleicht wirkt sich das positiv auf die Wahlbeteiligung aus."
Rüdiger Winkel, bei der Gemeinde Uedem mit der Durchführung der Briefwahl betraut, ist nicht überrascht über die viele Post, die ihm ins (Rat-)Haus flattert. "Der Anteil der Briefwähler nimmt schon von Wahl zu Wahl zu", stellt er fest und schätzt: "Insgesamt kommen wir diesmal bestimmt auf 900 Briefwähler. Das sind deutlich mehr als bei der Europawahl, da waren es insgesamt nur 440." 6845 Wahlberechtigte kann die Gemeinde Uedem bei der Kommunalwahl verzeichnen, Winkel geht davon aus, dass der Anteil der Briefwähler bei 13 bis 15 Prozent liegen wird.
Die Frage, wie der typische Briefwähler aussieht, ist nicht leicht zu beantworten, denn selbstverständlich bleibt die Anonymität strikt gewahrt. Wer von den insgesamt 27427 wahlberechtigten Gochern also per Brief abstimmt, darüber kann Matenaers nur vorsichtige Aussagen machen: "Erfahrungsgemäß sind das vor allem zwei Gruppen. Zum einen ältere Wähler, die gerne bequem von zuhause aus wählen, zum anderen jüngere mit Erstwohnsitz in Goch, die aber zur Zeit woanders leben und trotzdem ihrem Kandidaten oder ihrer Kandidatin ihre Stimme geben wollen."
Auch Winkel vermutet, dass vor allem ältere Menschen die Möglichkeit der Briefwahl nutzen. "Die wollen sich das Ganze in Ruhe zuhause ansehen und schicken die Unterlagen dann per Post." Insgesamt glaubt er aber nicht, dass es den typischen Briefwähler gibt. Vielmehr zeige sich auch hier ein Querschnitt durch die Bevölkerung. "Wenn man sich die Stimmverteilung nur bei den Briefwählern ansieht und die Ergebnisse insgesamt, dann sind die fast identisch."
Unterschrift nicht vergessen
Und einen dringenden Rat hat er auch noch: Briefwähler sollen das beiliegende Merkblatt genau beachten. "Ein paar vergessen jedes Mal die Unterschrift. Der Wahlschein muss unterschrieben sein, sonst ist er ungültig." In diesem Fall wäre die Mühe umsonst gewesen.
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