Kleve: FC Kleve: Ausschuss verlangt einstimmig den Zuschuss zurück
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 03.11.2010 - 18:48Die Zukunft des 1. FC Kleve hängt an einem seidenen Faden. Wichtiger Baustein: der städtische Zuschuss für den Um- und Neubau der Volksbank-Arena. Dagegen sprach sich der Hauptausschuss der Stadt Kleve einstimmig aus. Die endgültige Entscheidung fällt am 10. November.
Schon vor der Sitzung kochen die Gemüter hoch: Udo Janssen (CDU) und Alexander Frantz (SPD) sprechen sich im Antenne-Niederrhein-Interview am Morgen für die Rückzahlungsforderung in Höhe von 650.000 Euro aus - trotz Millionen-Spenden seitens der Klever Unternehmerschaft.
FC-Vorsitzender erklärt Rücktritt
Daraufhin wirft Uwe Dönisch-Seidel, langjähriger Vorsitzender des Vereins, das Handtuch. "Ich möchte ein Zeichen setzen für den personellen Neuanfang beim 1. FC Kleve", so Dönisch-Seidel im Gespräch mit unserer Redaktion. Um 13 Uhr erklärt er seinen sofortigen Rücktritt. Lukas Verlage, Vorsitzender des Verwaltungsrates, übernimmt kommissarisch.
16.57 Uhr: Der Ratssaal der Stadt Kleve füllt sich nur schleppend. Bisher sind wenige Ausschussmitglieder da. Einige Vertreter des 1. FC Kleve sitzen in den Zuschauerreihen.
17.05 Uhr: Bürgermeister Theo Brauer eröffnet die Sitzung.
17.07 Uhr: Brauer informiert die Ausschussmitglieder über ein Schreiben von Lukas Verlage. Demnach bittet der neue kommissarische Vorsitzende des 1. FC Kleve, den Tagungsordnungspunkt FC Kleve von der Tagesordnung zu nehmen. Der Antrag wurde abgelehnt.
17.12 Uhr: Tagungsordnungspunkt 6, Sportfördermittel für Um- und Neubau der Volksbank-Arena, wird aufgerufen.
17.13 Uhr: Kämmerer Willibrord Haas hat das Wort. Er schildert die aktuelle Situation und zitiert einen Brief der Stadt an Uwe Dönisch-Seidel. Demnach sei das Handeln des Vereins unverantwortlich.
17.15 Uhr: Am 21. Oktober hätte Haas den Verein über das Ergebnis der Fraktionsvorsitzendenrunde informiert.
17.19 Uhr: "Wer zu spät seine Hausaufgaben macht, der muss mit den Konsequenzen leben", sagt Haas. Garisch (Grüne klatscht). Zudem sei nach den Sportförderrichtlinien ein Zuschuss gar nicht mehr zu verantworten.
17.20 Uhr: Für die CDU ist das Maß voll. "Irgendwann kann man nicht mehr glauben." Die CDU stimmt für die Rücktrittszahlungen.
17.25 Uhr: Alexander Frantz spricht von einem sensiblen Bereich. Allerdings sei für seine Fraktion das Restrisiko zu groß. Die SPD stimmt der CDU zu.
17.27 Uhr: Die Grünen fühlen sich vorgeführt.
17.28 Uhr: Haas spricht von einem jahrelangen Kraftakt. Die Verwaltung hätte alles getan, was möglich war.
17.30 Uhr: "Wir waren es Leid, uns damit auseinanderzusetzen", sagt Zigan von den Offenen Klevern. "Wir wollen das nicht mehr verfolgen."
17.33 Uhr: Michael Bay (Grüne): "Die Verwaltung und der Rat sind nicht für den Verein verantwortlich. Das ist das Missmanagement des Vereins."
17.35 Uhr: Daniel Rütter (FDP): "Das Vertrauen ist nicht nur verspielt, sondern weggeworfen worden. Der Rücktritt von Uwe Dönisch-Seidel kommt mindestens ein Jahr zu spät."
17.38 Uhr: Die Abstimmung über den Tagungsordnungspunkt wird auf Antrag der FDP in die kommende Ratssitzung am 10. November verlegt. Dennoch ist jetzt schon klar, dass sich wohl alle Fraktionen für die Rückzahlung des bereits ausgezahlten Zuschusses über 650.000 Euro der Stadt aussprechen. Da half auch das Spendenaufkommen von insgesamt 1,15 Millionen Euro seitens der Klever Unternehmerschaft nichts, dass der Verein kurzfristig augetrieben hat.
17.40 Uhr: Die FC-Anhänger verlassen kopfschüttelnd den Saal.
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