Bedburg-Hau: FDP: "Wir wollen 1000 Stimmen"
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 29.07.2009Bedburg-Hau (RPO). Michael Hendricks und Stephan Haupt sind guter Dinge: Den Schwung, den sie in die Bedburg-Hauer Kommunalpolitik getragen haben, soll sich nun auch in Wählerstimmen bezahlt machen, sagen die beiden.
"Wir haben kein Projekt 18, sondern ein Projekt 1000", sagt Hendricks auf die letzte Bundestagswahl anspielend. Haupt nickt: Die FDP in der Gemeinde Bedburg-Hau, für die Hendricks als Fraktionschef und Haupt als Parteichef stehen, will 1000 Stimmen bei der Kommunalwahl holen. Das wären immerhin gut 16 Prozent – die 555 Stimmen der letzten Wahl reichten für 8,6 Prozent.
Die FDP geht in Bedburg-Hau mit klaren Vorstellungen in den Wahlkampf: Verhindern, dass die Gemeinde ins Haushaltssicherungskonzept fällt. "Das hätte die Streichung aller freiwilligen Leistungen zur Folge", sagt Hendricks.
Haupt und Hendricks wollen die Gesellschaften der Gemeinde (wie die GBE) abschaffen. "Das spart Geld – wir brauchen dann nämlich keinen geschäftsführer mit Dienstwagen mehr", sagt Stephan Haupt. Auch solle der Bürger – also der Rat – wieder mehr Einfluss auf das bekommen, was die GmbH macht: "Wir wollen die aktive Einbindung der Bürger auch in Sachfragen – es ist ihre Gemeinde, nicht die der Politiker", so Haupt. Man könne die Gesellschaften auch deshalb auflösen, weil nach dem neuen kommunalen Finanzmanagement einer Gemeinde als Konzern dort die Schulden nicht mehr versteckt werden könnten.
Abschaffen möchte die FDP auch den Ortsvorsteher. "Bürger vor Partei", fordert die FDP. Und: "Ortsausschüsse können die Gesamtinteressen besser vertreten, als einzelne, an Parteizwängen gebundene Personen". Zumal man damit Geld sparen könnte. Durch den Wegfall der Extravergütung für den Ortsvorsteher könne man Geld sparen, heißt es im Wahlprogramm der FDP weiter. Dann sei man auch sicher, dass Entscheidungen nicht nach Partei-Dünkel fallen.
Schulen ist ein weiteres Thema. Hier sind die Freidemokraten der festen Überzeugung, dass man in Bedburg-Hau allenfalls in der Regionalliga spiele. "Hier haben wir - auch was die Ausstattung betrifft, erheblichen Nachholbedarf", sagt Hendricks. Es sei wichtiger, Gemeindegeld in die Sanierung der Schulen zu stecken, anstatt sechs Millionen Euro für eine Ortsumgehung bereitzuhalten.
Bleibt zum Schluss ein klassisches FDP-Thema: Die Wirtschaft. Hier loben die Freidemokraten die bisherige Arbeit, fordern aber eine noch aktivere Bestandspflege. "Wir müssen uns auch noch mehr um Existenzgründer bemühen", so Hendricks.
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