Kleve: Fehler machen und daraus lernen
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 07.10.2006Kleve (RPO). Wenig Ruhe und wirklich wenig Begeisterung: Dafür sorgte diese Woche der WDR in Kleve. Wir wissen nicht, wie gründlich und wie seriös der Test war, bei dem die Tourist-Information des Klever Stadtmarketings mit Pauken und Trompeten durchfiel. Aber dass nur noch der Eindruck in der Landeshauptstadt Düsseldorf schlechter war als der der kleinen Schwanenstadt, gibt zu denken. Und ist ein Alarmzeichen. Denn wenn jemand, der sich für Kleve interessiert, aber noch nie da war, zu hören bekommt, er wisse ja wohl wirklich zu wenig über die Stadt – dann wird er nie mehr (wieder) kommen. Kein Trost – aber ein Vergleich: Ähnliches geschah vor nicht allzu langer Zeit in Emmerich. Acht Ehepaare fragen an, möchten für eine Woche Unterkunft und Programm vorbereitet bekommen. Antwort: So und für so viele Leute machen wir das nicht. Nun wurde Emmerich nicht getestet – aber Kleve wird es sich ebenso wenig leisten können, potenzielle Gäste zu vergraulen. Aber was ist das Gute an Fehlern? Man kann daraus lernen. Wir alle können das, täglich. Wir müssen’s bloß wollen, und wir müssen Zeit dazu haben.
Wenig Ruhe auch beim Klever Karneval. Die gar so plötzliche Kandidatur von Hermann Seeger, der sich am Tag der deutschen Einheit als künftigen Karnevalsprinz selbst ins Gespräch brachte, und, 24 Stunden später, die pflaumenweiche Begründung des Rückzugs kann man wohl als erste Rakete der noch gar nicht begonnenen Session bezeichnen. Mag sein, Hermann Seeger wollte das Klever Rosenmontagskomitee vorführen. Mag sein, das ist zur Zeit besonders einfach. Aber: Mag auch sein, dass die ganze Aktion wirklich nicht Raketen-tauglich, sondern ein wirklich schlechter Scherz war. Eines war’s garantiert: ein Rohrkrepierer allererster Güte.
Was gabs noch? In Goch, da sind 54 Kinder nicht bequem verreist, sondern haben, ganz „unbequem“, aber sehr kreativ und mit Feuer-Eifer, ihr Ritter-Rost-Musical einstudiert, das sie heute aufführen werden. Da sage noch einer, Kinder und Jugendliche ließen sich für nichts begeistern!
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