Kleve: Feuerwehr-Chef kritisiert die Kreis-Leitstelle
zuletzt aktualisiert: 12.03.2007Kleve (RPO). kreis kleve Kritik an der Arbeit der Kreis-Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst in Kleve übte Kreisbrandmeister Paul-Heinz Böhmer auf der Jahrestagung der Gocher Wehr und im Gespräch mit Antenne Niederrhein. Warum er das tut, erklärte Böhmer gestern RP-Redaktionsleiter Jürgen Loosen.
Warum gerade jetzt die Schelte?
Paul-Heinz Böhmer Es gibt seit Monaten Klagen der Wehrführer über falsche Alarmierungen. Jetzt ist das Fass übergelaufen. Erst wurde in Straelen in der Nacht Großalarm per Sirene ausgelöst, dann wurden in Goch die beiden Löschzüge mit 28 ehrenamtlichen Wehrmännern per Vollalarm tagsüber zu einem Einsatz gerufen, bei dem sich eine Katze in einem Fenster ein Bein eingeklemmt hatte und von Stadtbrandmeister Georg Binn schon befreit war, als die ganze Truppe, die immerhin Hals über Kopf alle ihren Arbeitsplatz verlassen hatte, am Einsatzort eintraf.
Wie kommt es zu den Problemen?
Böhmer Das Personal im Keller des Kreishauses kann am wenigsten dafür. Es gibt offenbar Softwareprobleme mit dem Programm Cobra, das vollautomatisch arbeitet, nachdem der Leitstellenbeamte in der Zentrale, dem von jeder Kommune ein aktueller Alarm- und Ausrückeplan vorliegt, ein Stichwort eingegeben hat. Cobra scheint viele Mängel zu haben, obwohl es anderswo problemlos eingesetzt wird. Daran wird mit Hochdruck gearbeitet, aber das nutzt uns nichts, wenn die Fehler nicht endlich beseitigt werden.
Wie gehen Sie weiter vor?
Böhmer Die Chefs der Feuerwehren im Kreis haben vereinbart, dass alle Fehlalarme und Falschalarmierungen der Kreis-Leitstelle exakt dokumentiert und an die Verantwortlichen gemeldet werden. Und eines noch: Für die Bürger besteht keine Gefährdung, denn es wird einfach nur zu viel alarmiert.
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