Kreis Kleve: Flugbetrieb fast ungestört
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 03.12.2010 - 12:07Kreis Kleve (RPO). Während Teile Großbritanniens große Probleme wegen heftiger Schneefälle haben, kommt der Airport Weeze gut zurecht. Schneeschieber und Enteiser sind im Dauereinsatz. Edinburgh ist seit Tagen gesperrt.
Pech für die britische Familie aus Goch: Eigentlich hatte sich Besuch von Verwandten aus Schottland angekündigt, aber der muss verschoben werden: Der Flughafen Edinburgh ist komplett dicht. Ryanair kann seine Passagiere zwischen Schottland und dem Niederrhein nicht transportieren. Der heftige Wintereinbruch bereitet auch den Inseln in der Nordsee erhebliche Probleme.
Edinburgh und London Gatwick (nicht Stansted, das von Weeze aus angeflogen wird) haben ihren Flugbetrieb eingestellt, andere Airports schlagen sich wacker – wenn auch Verspätungen nicht immer zu vermeiden sind. "Bei uns hingegen läuft alles fast normal", sagt Holger Terhorst erleichtert. Der Sprecher des Flughafens Weeze ist froh darüber, dass derzeit nur die Gäste, die nach Edinburgh oder von dort zurück wollen, umdisponieren müssen.
Information
Wie der Flugbetrieb sich in den kommenden Tagen entwickelt, ist schwer vorherzusagen. Großbritannien ist nach Auskunft von Ryanair-Pressesprecherin Henrike Schmidt derzeit grundsätzlich stark betroffen – nicht nur Schotland und Irland leiden unter viel Schnee, auch der Flughafen Gatwick ist schon zwei Tage lang geschlossen.
Schmidt rät Fluggästen, sich übers Internet zu informieren: auf der Seite von Ryanair oder auch auf denen der Flughäfen.
Früh am Terminal
"Passagiere, die in diesen Tagen nicht fliegen können, bekommen von Ryanair eine E-mail oder eine SMS, wenn es zur Streichung eines Fluges kommt. Bei Verspätungen, die sich ja immer ganz kurzfristig ergeben, ist das leider nicht zu leisten", so der Airport-Sprecher. Alle Fluggäste, schreibt die Airline auf ihrer Internetseite, sollten derzeit mindestens zwei Stunden vor dem geplanten Abflug im Terminal sein. Nicht nur wegen der extremen Wetterlage – auch wegen der nach wie vor anhaltenden besonderen Sicherheitslage nach der deutschlandweiten Terrorwarnung.
Damit die Verspätungen im Rahmen bleiben, läuft der Betrieb auf dem Flugfeld derzeit besonders früh an. "Ein ganzes Team ist mit sechs schweren Geräten schon lange vor dem ersten Start damit beschäftigt, das Gelände von Schnee zu befreien und die Flugzeuge zu enteisen", erklärt Terhorst. Vor jedem Start – nicht nur morgens früh – müsse das Taumittel aufgetragen werden. Auf die Tragflächen und den gesamten Rumpf.
Wasser und Glykol
Die Ersten auf dem Rollfeld sind die Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr. Sie sorgen dafür, dass Wege von Schnee und Eis befreit sind. Den Dienst an den Flugzeugen übernimmt danach der Verkehrsdienst. Das FlugzeugentseisungsFahrzeug hat ein Gemisch aus warmem Wasser und Glykol an Bord. Zwei Düsen spritzen die Substanz auf Tragflächen und Rumpf. "Diese gallertartige Masse bleibt bis nach dem Start am Flugzeug und tropft dann ab." Innerhalb einer halben Stunde muss der Flieger abheben, sonst ist eine Wiederholung der Prozedur nötig. In der Luft enteise sich das Flugzeug dann selbst.
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