Kleve: Frauen sind viel zu bescheiden
zuletzt aktualisiert: 02.10.2006Kleve (RPO). Sabine Asgodom arbeitet seit 1991 als Management-Trainerin und coacht Führungskräfte. Vor sieben Jahren gründete sie ihr Unternehmen Asgodom live in München. Am Rande des Forums „Ganz schön stark“ im Klostergut Graefenthal blieb Zeit für ein Interview, das RP-Mitarbeiterin Liss Steeger mit ihr führte.
Frau Asgodom, Sie gelten als Expertin für Work-Life-Balance. Wie halten Sie sich selbst in Balance?
Sabine Asgodom Indem ich Dinge tue, die mir Spaß machen und hinter denen ich mit ganzem Herzen stehen kann. Nietzsche hat einmal gesagt: „Wer das ‚Warum‘ kennt, kann jedes ‚Wie‘ ertragen.
In welchem Alter hat Ihr Leben eine Wende genommen und wodurch?
Asgodom Ich war 38 Jahre, als ich beschloss, nie mehr im Leben eine Diät zu machen. Vorher habe ich zuviel Energie ins „mich nicht mögen“ geschleudert. Auf einmal hatte ich Energie satt und habe angefangen Bücher zu schreiben, Vorträge zu halten und Seminare zu geben. Der Erfolg begann.
In Ihren Büchern geht es um Selbst-PR als Erfolgsrezept. Sind Sie davon überzeugt, dass gerade Frauen bei der Selbstdarstellung ein Defizit haben?
Asgodom Ja, Frauen sind viel zu bescheiden. Sie vermeiden es, ihre Stärke herauszuheben. Sie machen sich klein und weisen selbst auf Fehler hin, die sie gemacht haben. Sie wissen oft nicht, wie man gutes Selbst-Marketing macht. Frauen verachten Schaumschläger und machen deshalb nichts für ihre PR und bleiben „unentdeckt“.
In Ihrem Buch „12 Schlüssel zur Gelassenheit“ sprechen Sie von einer Lebenswert-Liste. Was würde heute auf Ihrer Liste stehen?
Asgodom Zum erstenmal in Holland gewesen und schöne alte Städte besichtigt; mein Sohn hat die langersehnte Lehrstelle bekommen; meine Tochter, die gerade ihr Studium beendet hat, wird ab sofort für Asgodom live arbeiten; mein Fersensporn, der mich monatelang gequält hat, wird nach der Akupunktur besser; heute habe ich tolle Begegnungen mit selbstständigen Frauen.
Um mit den Worten Ihrer Buchtitel zu sprechen, sind Sie der Meinung, dass „Genug Gejammert!“ wurde. Ihre Devisen lauten demnach „Leben macht die Arbeit süß“ oder „Setz Dich durch und mach Dir Freunde“ und „Greif nach den Sternen“, denn „Wer lächelt lebt länger“. Welche These stellen Sie mit Ihrem nächsten Buch auf?
Asgodom Ich schreibe derzeit parallel an zwei Büchern. Das erste ist ein Erlaubnisbuch für Frauen, das im Frühjahr nächsten Jahres unter dem Titel „Ich darf aus der Reihe tanzen - 10 Freiheiten für Frauen, die was wagen wollen“ erscheinen wird. Das zweite wird ein Werk zum „Selbständigmachen“. Ich finde, das Thema ist sehr wichtig und sehr aktuell.
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