Kleve: Freizeithof wird zur Burg
VON SYBILLE MÖCKL - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010Kleve (RPO). Mit großen Gekreische nähern sich immer mehr Kinder der Scheune des Fingerhutshofs. Eine lange Schlange bildet sich davor. Es ist 13 Uhr – Mittagessen-Zeit. Rund 250 Kinder – die Teilnehmer der Stadtranderholung – haben jetzt Hunger.
Und die sechs Betreuer, die das Essen verteilen, alle Hände voll zu tun. "Heute gibt's Fleisch mit Nudeln", berichtet Clara voller Vorfreude, dass sie bald an der Reihe ist.
Leseecke zur Entspannung
Es ist der erste Tag der Ferienaktion des Kreises Kleve auf dem umgebauten Fingerhutshof. Bis zum 6. August ist der Hof nun ganz in den Händen der insgesamt 500 Kinder mit ihren gut 40 Betreuern. Eine der Scheunen wurde zum Speisesaal, die andere hängt voll mit zahllosen Rucksäcken. Mittendrin: Basteltische und die neu eingerichtete Leseecke – inklusive täuschend echt aussehender Stoff-Lese-Ratten an der Wand.
Die Jugendpflegerin des Kreises Kleve Claudia Jennen, die gemeinsam mit Jessica Rieger die Stadtranderholung des Kreisjugendamtes leitet, erklärt: "Wir haben die Leseecke in diesem Jahr neu eingerichtet, um den Kindern in all dem Gewusel auch eine Ruhezone, einen Platz zum Entspannen bieten zu können." Wenn Zeit ist, setzt sich einer der Betreuer dazu und liest den Kindern aus einem der bereit liegenden Büchern vor.
Stadtranderholung
Zum 32. Mal findet die Ferienaktion des Kreisjugendamtes in diesem Sommer auf dem Fingerhutshof in Kalkar-Wissel statt.
Insgesamt 500 Jugendliche zwischen sieben und 13 Jahren kommen in den Sommerferien hierher.
Sie kommen täglich mit Bussen aus Bedburg-Hau, Kalkar, Kranenburg, Rees und Uedem und werden abends wieder nach Hause gebracht.
Gut 40 Betreuer kümmern sich um das Wohl der Kinder.
In zwei Gruppen verbringen die Kinder abwechselnd je sieben Tage auf dem Freizeithof. Ob beim Fußball spielen, auf dem Trampolin oder rund um den großen Spielplatz, überall herrscht ein fröhliches Durcheinander. Leyla ist bereits den zweiten Sommer hier. Sie findet besonders das Trampolin toll. "Und es ist super, dass hier so viele Kinder sind", sagt sie.
Da werde es nie langweilig. Hauptattraktion ist heute aber die Wasserrutsche. Gebaut aus Silofolie, ausgelegt auf der abschüssigen Wiese neben dem Hof, und ein paar Wasserschläuchen, ist sie die perfekte Abkühlung bei den sommerlichen Temperaturen. Auch Landrat Wolfgang Spreen, der sich gestern mit einigen Mitgliedern des Kreisjugendausschusses ein Bild vom bunten Treiben auf dem Fingerhutshof machte, und gleich beim Verteilen des Nachtischs half, sagte: "Hier wird der Abenteuergeist geweckt. Die Begeisterung ist lebhaft zu spüren. Wenn ich noch einmal so alt wäre, wäre die Wasserrutsche auch meine erste Wahl."
Aber auch sonst wird überall auf dem Hof etwas geboten. Wie auf einem Stundenplan können die Kinder an einer Wand ablesen, wo gerade was los ist. Ganz nach dem diesjährigen Motto "Burgen, Ritter, Burgfräulein" werden mittelalterliche Frisuren angeboten, Goldmünzen gebastelt und die passenden Säckchen dafür.
In den kommenden Wochen warten noch so einige Höhepunkte auf die Kinder: eine riesige Hüpfburg, ein Bogenschieß-Trainer und ein großes mittelalterliches Abschlussfest mit Gaukler und Feueraktion.
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