Kleve: Fußballplatz wird Baugebiet
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 28.07.2008Kleve (RPO). Der SSV Reichswalde wird eine neue Sportanlage bekommen. Dort sollen ein Natur- und Kunstrasenplatz, ein Kleinspielfeld sowie ein neues Platzhaus untergebracht werden. Der Verein wächst seit Jahren kontinuierlich.
Reichswalde ist eine Klever Ortschaft, die seit einigen Jahren vor allem eins tut: wachsen. Wer sich dazu entschieden hatte, in diesem Ortsteil heimisch zu werden, der konnte sich gleich an mehreren Stellen nach einem Plätzchen fürs Eigenheim umsehen. Mehr Baugebiete als anderorts Wendehammer. Der erste Sportverein am Platz ist der SSV Reichswalde, und auch bei dem Klub geht’s seit einigen Jahren nur in eine Richtung: aufwärts. Zumindest was die Mitgliederentwicklung betrifft.
Der SSV wächst
Volker Schmidt (46) ist seit fünf Jahren Vorsitzender des SSV: „Wir haben in den letzten Jahren unsere Mitgliederzahl von 450 auf 530 gesteigert. 11 Nachwuchsteams sowie drei Senioren- und eine Altherrenmannschaft spielen bei uns.“ Schmidt ist weit davon entfernt, den Zustrom allein mit seinem Einsatz zu verbinden: „Natürlich profitieren wir enorm durch die Neubaugebiete. Nur man muss die Chancen auch nutzen.“ Eine weitere für den Verein nicht unwichtige Chance hat der SSV ebenfalls verwertet. Aus dem Sportplatz am Dorfanger, so die Planungen, will die Stadt Kleve das machen, was sie in Reichswalde besonders gern macht: ein Baugebiet. Durch den Verkauf der nicht uninteressanten Fläche, die direkt am Wald liegt, soll die neue Anlage des SSV finanziert werden. Der SSV hatte zuvor eine gemeinsame Sportanlage mit dem SV Siegfried Materborn abgelehnt, die von der Stadt favorisiert worden war. „Als kleinerer Verein hätten wir wohl ein Existenzproblem bekommen. Wenn auf einer gemeinsamen Anlage trainiert wird, wären wohl einige zum größeren Verein gewechselt“, erklärt Schmidt.
Schützen bleiben
Nicht betroffen vom Umzug des Spiel- und Sportvereins Reichswalde ist die Reichswalder St. Hubertus Schützenbruderschaft 1959. Sie wird auch weiterhin in unmittelbarer Nähe des Waldes anlegen. Was jedoch mit auf die neue Anlage wandern wird, ist die Grillhütte.
Ursprünglich hatte der SSV bei der Stadt Kleve lediglich angefragt, ob der Zweitplatz nicht in ein Kunststoffspielfeld umgewandelt werden kaönne. Dies wurde abgelehnt und die große Lösung anvisiert. Umzug außerhalb des Ortskerns. Favorisiert wird ein Gelände in der Nähe der heutigen Anlage – am Wolfsgraben. Doch gibt’s noch weitere Optionen. Was auf der neuen Anlage untergebracht werden soll, lässt jeden Fußball-B-Ligisten blass vor Neid werden. Ein Plastik- und ein Rasenplatz sowie zusätzlich noch Kunststoff-Kleinspielfeld. Das neue Platzhaus soll mit sechs Kabinen ausgestattet werden. An den Kosten fürs Sportheim wird sich die Stadt gemäß der Sportförderrichtlinien mit 50 Prozent beteiligen. Den Rest muss und kann der SSV offenbar stemmen. „Wir haben gut gewirtschaftet und werden zusätzlich Eigenleistungen einbringen“, sagt Schmidt.
1,2 Millionen Euro
Insgesamt soll das Projekt neue SSV-Arena beachtenswerte 1,2 Millionen kosten. Kleves Kämmerer Willibrord Haas bestätigte, dass die Stadt in Gesprächen mit dem SSV Reichswalde stehe. Wann eine Entscheidung fallen wird, konnte der 1. Beigeordnete nicht genau sagen: „Ich rechne damit, dass dies im zweiten Halbjahr 2008 passieren wird.“
Der SSV hofft auf einen Baubeginn im nächsten Jahr. Dafür muss es trocken sein, denn nur dann können Kunstrasenplätze angelegt werden. Auf Dürre-Phasen wird der SSV gern warten, angesichts der fantastischen Anlage, die den aufstrebenden Verein bald erwartet. Aufpassen muss der Verein nur, dass die Stadt nicht weiter in diesem Tempo Baugebiete in Reichswalde auf den Markt wirft. Sonst könnte es irgendwann selbst mit sechs schönen Kabinen knapp werden.
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