Kleve: Gefahren erkennen und vermeiden
zuletzt aktualisiert: 04.04.2007Kleve (RPO). Berthold Versteegen von der GTÜ-Kfz-Prüfstelle Kleve klärt über die Sicherheit rund um das Motorradfahren auf.
Passend zum Wetter startet heute die RP-Serie Motorradfrühling. Wenn sich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen nach dem Winter zeigen, füllen sich die Straßen mit Motorradfahrern. Viele entstauben rasch ihren Helm und freuen sich, wenn das Motorrad gleich anspringt, und begeben sich auf die Fahrbahn. Welche technischen und fahrerischen Maßnahmen sollten jedoch zunächst vorgenommen werden? Über das Thema Sicherheit sprach RP-Mitarbeiterin Jennifer Minke mit Berthold Versteegen von der GTÜ-Kfz-Prüfstelle Kleve.
In welchem Zustand befindet sich ein Motorrad, nachdem es mehrere Monate lang unbenutzt in der Garage gestanden hat?
Berthold Versteegen Es macht einen Unterschied, ob das Motorrad feucht oder trocken gestanden hat. Es müssen aber auch die Motorräder überprüft werden, die einen optimalen Unterstellplatz hatten.
Worauf muss der Motorradfahrer achten, bevor er losfährt?
Versteegen Es muss darauf geachtet werden, dass die Beleuchtung tadellos funktioniert. Schließlich existiert die Licht-Pflicht. Außerdem müssen unbedingt die Reifen kontrolliert werden. Zum einen muss der Luftdruck stimmen, zum anderen darf die Profiltiefe nicht zu gering sein. Die Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm. Bei Leichtkrafträdern bei 1,0 mm.
Was muss noch beachtet werden?
Versteegen Die Bremsen müssen auch überprüft werden. Stimmt der Bremsflüssigkeitsstand und sind die Bremsen vor allem freigängig? Wenn die Maschine länger steht, kann sie sich festsetzen. Natürlich sollte die Bremse auch auf Verschleiß geprüft werden.
Wie geht der Laie am besten vor?
Versteegen Ich bin ein großer Fan davon, dass Motorrad vor der Motorrad-Saison gründlich zu putzen. Da fallen einem immer wieder viele Dinge auf. Zum Beispiel entdeckt man, ob ein Schräubchen locker sitzt und alles dicht ist. Das schlimmste ist natürlich, wenn Öl ausläuft und auf die Reifen gerät.
Wenn das Motorrad wieder in einem guten Zustand ist, sollte sich der Fahrer auch fragen, wie fit er eigentlich selber ist, oder?
Versteegen Auf jeden Fall! Man muss ehrlich zu sich selber sein und sich zurücknehmen. Es können erste Runden auf einem leeren Parkplatz gedreht werden. Schrittgeschwindigkeit, Kreisfahren und leichte Bremsübungen sind hier sinnvoll. Zu empfehlen ist das Sicherheitstraining der Verkehrswacht des Kreises Kleve.
Was kann der Motorradfahrer noch machen, um sich selber besser zu schützen?
Versteegen Ein wichtiges Motto ist: Gefahren erkennen – Gefahren vermeiden. Das ist durch vorausschauendes Fahren möglich. Man muss sich klarmachen, dass man im Straßenverkehr der Schwächste ist und dementsprechend defensiv fahren sollte.
Spielt die richtige Kleidung auch eine Rolle?
Versteegen Klar. Man sollte bei der Kleidung nicht sparen. 500 Euro muss man schon ausgeben. Helm, Handschuhe, Leder- oder Gore-Texbekleidung und Stiefel sind unerlässlich.Der Helm sollte nicht im Internet gekauft werden, denn er sollte auf jeden Fall individuell getestet werden.
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