Kleve: Gelebte Ökumene als Vorbild
VON LUDWIG KRAUSE - zuletzt aktualisiert: 17.01.2012Kleve (RP). Nach einer gemeinsamen Messe in der St. Anna Kirche haben am Sonntag die evangelischen und katholischen Gemeinden Materborns und Reichswaldes ihre ökumenische Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet.
Es war ein historischer Moment, als Pfarrerin Elisabeth Schell und Pastor Christoph Grosch im Materborner Pfarrheim die ökumenische Partnerschaftsvereinbarung unterzeichneten. Mit der Vereinbarung betritt man Neuland, so etwas hat es in Kleve bisher noch nicht gegeben.
"Es war ein langer Weg, seit wir mit dem Papier angefangen haben", sagte der Sprecher des ökumenischen Ausschusses, Thomas Braitschink, der den Weg mit einem olympischen Fackellauf verglich. "Wir alle sind Fackelträger und müssen jetzt dafür sorgen, dass die Flammen weitergegeben werden", fuhr er fort. Pastor Christoph Grosch betonte die Partnerschaft zwischen evangelischen und katholischen Christen. "Wir sind eine gemeinsame Kirche, nur zwei Konfessionen", sagte er. Mit der Vereinbarung wird dem Miteinander in Kleve ein verpflichtender Rahmen geben. "Ökumenische Partnerschaft gehört zu den Grundlagen des Lebens unserer beiden Gemeinden", heißt es in der Erklärung.
Im Wortlaut
Die Ökumenische Partnerschaftsvereinbarung zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Kleve, Bezirk 3 (Materborn und Reichswalde) und der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Zur Heiligen Familie (Materborn und Reichswalde) gibt es im Wortlaut ab sofort unter folgender Adresse: www.kirchenkreis-kleve.de/grafik/PartnerKleve.pdf
Der Unterzeichnung war eine gemeinsame Messe in der St. Anna Kirche Materborn vorhergegangen. "Ich bedanke mich für den Gottesdienst. Ich habe mich sehr wohl und willkommen gefühlt", sagte Pfarrerin Schell. Sie glaube, währenddessen viele kleine ökumenische Zeichen gesehen zu haben, von der Auswahl der Lieder bis zur Wortwahl des Pastors. Schell betonte bei der Unterzeichnung, dass nicht das Papier das Wichtige sei, sondern die Menschen, die daran gearbeitet haben. "Wir müssen es nun mit Leben füllen, weiterentwickeln und das Feuer entfacht halten", appellierte sie.
In Zukunft sollen zum Beispiel die ökumenischen Gottesdienste ausgebaut werden. So werden etwa die Feierlichkeiten zur Friedensdekade im November von einem ökumenischen Team vorbereitet und jeweils einmal in der evangelischen und einmal in der katholischen Kirche gefeiert. Auch bereits bestehende ökumenische Einrichtungen wie der Bibelkreis in Reichswalde, überkonfessionelle Ehen und Kindergärten sollen weiter gestärkt werden. Insgesamt zehn Punkte umfasst das Papier, unter dem neben Pfarrerin Elisabeth Schell und Pastor Christoph Grosch auch Vertreter des Pfarrgemeinderates, des Verwaltungsrates und Presbyter unterschrieben.
Die Erklärung wurde im Vorhinein vom Landeskirchenamt in Düsseldorf zur Kenntnis genommen und hatte die Zustimmung des Bischöflichen Generalvikariates in Münster erhalten.
Beide Gemeinden erhalten jeweils ein Exemplar. "Eines Tages werden wir dann nur noch eine Vereinbarung brauchen", sagte Schell voraus.
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