Kleve: Geliebtes ungeliebtes Grünzeug
VON SYBILLE MÖCKL - zuletzt aktualisiert: 21.08.2010Kleve (RPO). Für das Ausstellungsprojekt "Blickwechsel" sucht die Künstlerin Isa Melsheimer Pflanzen. Und zwar die eigentlich Kompost-reifen. Ende September wird ihre Kunstinstallation "Ungeliebte Pflanzen" im Forstgarten zu sehen sein.
Kunst braucht nicht unbedingt pompös, nicht grell und laut sein. Häufig muss das Alltägliche einfach nur ins rechte Licht gerückt werden um aufzufallen. Genau darauf zielt das Ausstellungsprojekt "Blickwechsel" des Kultursekretariats Nordrhein-Westfalen. Dafür will die Berliner Künstlerin Isa Melsheimer eine ganz besondere Kunstinstallation im Klever Forstgarten schaffen. Ihr Arbeitsmaterial: "Ungeliebte Pflanzen". Größe, Farbe, Form, vertrocknet oder ertränkt, schief oder gerade, mit oder ohne Übertopf – das alles ist völlig egal. Die Künstlerin bittet: Nicht wegwerfen, sondern ihr für das Kunstprojekt zur Verfügung stellen.
Am Montag, 20. September, 10 bis 12 Uhr, und am Dienstag, 21. September, 16 bis 18 Uhr, können die Pflanzen im Lager des ehemaligen Haus Simon an der Tiergartenstraße abgegeben werden. Ein Mitarbeiter der Umweltbetriebe der Stadt Kleve wird die Pflanzen dort annehmen. In den folgenden Tagen wird Isa Melsheimer mit den gespendeten Pflanzen auf einer der Inseln im Forstgarten ihre Installation bauen. Am Sonntag, 26. September, wird sie um 11.30 Uhr im Museum Kurhaus, Tiergartenstraße 41, eröffnet.
Künstler wurden zugelost
42 Mitgliedsstädte des Kultursekretariats beteiligen sich an dem Ausstellungsprojekt, das vom 12. September bis Ende Oktober 2010 landesweit und gleichzeitig stattfinden wird. Es möchte die Aufmerksamkeit der Bürger auf ein Detail in ihrer Umgebung lenken. Die teilnehmenden Künstler sollen sich dafür mit den alltäglichen Gegebenheiten einer Stadt auseinandersetzen. Mit künstlerischem Blick und wenig Aufwand sollen sie Alltägliches zu einem Kunstwerk werden lassen und so den Stadtbewohnern einen "Blickwechsel" auf ihre Umgebung ermöglichen.
Jeder Kommune wurde dafür ein Künstler zugelost, so dass sich unerwartete und spannende Paarungen ergaben. "Wir hatten Glück", sagt Roland Mönig, Pressesprecher und kommissarischer Leiter des Museums Kurhaus Kleve, welches das Projekt realisiert. "Uns wurde mit Isa Melsheimer eine spannende Künstlerin zugeteilt."
Wunderschöne Klever Gärten
Die 1968 in Neuss geborene Melsheimer kennt die Region und das Museum Kurhaus schon lange. Bei einem Rundgang mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Valentina Vlasic fielen ihr die vielen wunderschönen Gärten in Kleve auf, die mit viel Liebe zur Natur entstanden sein mussten. Ihr kam mit der Frage "Es muss doch auch ungeliebte Pflanzen geben?!" die Idee für das Projekt, erinnert sich Mönig: "Sie möchte damit auf die bedeutende Garten- und Landschaftsgeschichte Kleves anspielen." Ende September kann dann jeder sehen, ob ihr das auch gelungen ist.
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