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Kleve: Gesamtschule: Alles ist offen

VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 14.01.2011

Kleve (RPO). Die Initiative für eine Gesamtschule in Kleve pocht auf die Einrichtung schon zum nächsten Schuljahr. Klever Politik möchte Ergebnisse des interkommunalen Arbeitskreises abwarten. Bezirksregierung führt Gespräche mit der Stadt.

Schulexperten: Michael Bay (Grüne) und Jörg Cosar (CDU).   Foto: RPO
Schulexperten: Michael Bay (Grüne) und Jörg Cosar (CDU). Foto: RPO

Die Initiative zur Gründung einer Gesamtschule Nordkreis Kleve sieht sich kurz vor dem Ziel: Man sei überzeugt, dass es rechtzeitig zum Anmeldeverfahren im Februar zur Gründung einer Gesamtschule kommen werde, so Martin Hiller als Sprecher der Initiative.

"Nach etlichen Telefonaten mit der Bezirksregierung sind wir siegessicher", sagte gestern Nachmittag Friedrich Foerster, Mitglied der Initiative. Foerster forderte, dass der Rat der Stadt am Mittwoch, 19. Januar, über die Gesamtschule in Kleve diskutieren und beschließen müsse.

Man sei optimistisch, dass, sollte Kleve dies nicht tun, die Bezirksregierung entsprechende Schritte einleiten werde. Die Stadt solle es nicht so weit kommen lassen, dass die Bezirksregierung auch die Gesamtschule Kleve in letzter Konsequenz von oben herab selber gründe.

Info

Arbeitskreis

Im interkommunalen Arbeitskreis sind Vertreter der Schulen, die Schulpolitiker und die Bürgermeister der drei Kommunen. Sie werden von Garbe Consult beraten.

Jennifer Spitzner, Sprecherin der Bezirksregierung in Düsseldorf, konnte diese letzte Konsequenz gestern nicht bestätigen. "Es werden Gespräche mit der Stadt und mit dem Bürgermeister geführt und geführt werden. Es ist noch alles offen", sagte sie auf Nachfrage der RP. Man werde erst die Entscheidung des Rates abwarten und diesen Beschluss prüfen, so Spitzner weiter.

Geprüft werden muss auch die Rechtslage. Hier müssen nach Ansicht des Schulverwaltungsamtes der Stadt Kleve vier Punkte erfüllt sein: Es muss ein Gebäude geben, die Kommune muss eine neue Gesamtschule finanzieren können, die Nachbarkommunen müssen zustimmen und der Bedarf muss da sein.

Bis jetzt stehen aus Sicht der Stadt sowohl die Finanzierung als auch das Veto der Nachbarkommunen gegen die Einrichtung der Schule. Das sieht die Initiative anders: Es gebe genügend Anmeldungen aus Kleve, die Schulen in Kranenburg und Bedburg-Hau seien sowieso gefährdet. Deshalb könne dies kein Argument gegen eine Gesamtschule sein, sagt Foerster.

Interkommunaler Arbeitskreis

Derzeit diskutieren die drei Kommunen Kleve, Kranenburg und Bedburg-Hau in einem interkommunalen Arbeitskreis über das derzeitige Schulproblem. Michael Bay, schulpolitischer Sprecher der Grünen in Kleve und Mitglied dieses Arbeitskreises: "Viele Kommunen haben begriffen, dass das dreigliedrige Schulsystem nicht mehr funktioniert. Das sieht man auch im Kleverland. Wir diskutieren in diesem Gremium ergebnisoffen – es kann eine Gemeinschaftsschule sein. Aber auch eine Gesamtschule ist möglich, obwohl diese Gesamtschule ja auch ein dreigliedriges System ist." Es sei schließlich im Sinne grüner Schulpolitik, für alle drei Kommunen die beste Schulform zu finden. Dazu habe man mit Garbe Consult externe Fachleute, die die Diskussion begleiten.

Wie Bay rät auch der schulpolitische Sprecher der Klever CDU, Jörg Cosar, die Ergebnisse des interkommunalen Arbeitskreises abzuwarten: Schließlich suche man ein qualitativ optimales Ergänzungssystem zum Schulangebot im Kleverland. "Wir wollen eine gute Lösung", sagt Cosar. Eine überhastete Lösung könne nicht optimal sein. "Ich halte es nicht für gut, provisorisch eine Gesamtschule in einer auslaufenden Hauptschule unterzubringen", so Cosar. Man werde, so Bay und Cosar, mit Hilfe von Garbe Consult die richtige Lösung finden.

Foerster interpretiert den interkommunalen Arbeitskreis dagegen als "Vehikel, nichts zu tun". Er sieht die Verpflichtung von Garbe Consult als "rausgeworfenes" Geld und wirft den Klever Grünen im Rat vor, damit Steuergelder zu verschwenden.

Quelle: RP

 
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