Kleve: Gesamtschule: Brauer macht den Weg frei
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 05.12.2009Kleve (RPO). Bürgermeister Theo Brauer sagte bei "Made in Kleve", dass er den Bedarf für eine Gesamtschule in Kleve sieht. Dem Rat der Stadt Kleve empfiehlt er die weiteren Verfahrensschritte. Die Elterninitiative war einfach nur überrascht.
Erstens kommt es anders. Und zweitens als man denkt. Wohl keine andere Redensart passt derzeit besser auf das Thema "Gesamtschule" wie diese. Kündigte die Stadtverwaltung am Montag noch das Scheitern der Initiative an, so räumte Bürgermeister Theo Brauer bei der "Made in Kleve – Rückblick 2009"-Veranstaltung am Donnerstagabend in der Stadthalle Kleve ein, dass der Bedarf für eine Gesamtschule doch da ist (wir berichteten exklusiv). Und damit machte er den Weg frei.
"Beim Thema Gesamtschule gibt es sicherlich unterschiedliche Sichtweisen. Aber bei dieser knappen Entscheidung habe ich mich wirklich gefragt, ob das Verfahren richtig ist. Ich habe eine Nacht darüber schlafen müssen und anschließend aus Sicht der Eltern gehandelt – auch wenn ich mich möglicherweise jetzt nicht ganz rechtskonform verhalte", sagt Brauer im Gespräch mit unserer Redaktion.
Informationsabend
Die Initiative zur Gründung einer Gesamtschule im Nordkreis Kleve lädt am Montag, 7. Dezember, alle Interessierten zum Informationsabend ein. Treffpunkt: Kolpinghaus Kleve, 20 Uhr. Dort sollen unter anderem die Ergebnisse der Befragung und das weitere Vorgehen besprochen werden.
An dem Ergebnis der städtischen Befragung, die Brauer noch einmal auf Herz und Nieren prüfen ließ, ändert sich zwar nicht viel. Die Jahrgänge 2014/15 und 2015/16 haben von den 1490 abgegebenen Stimmen (55,45 Prozent) immer noch nicht die Mindestanzahl von 112 Schülern erreicht. Nichtsdestotrotz möchte Bürgermeister Brauer gerne die weiteren Verfahrensschritte einleiten. "Ich habe eine Drucksache bei Annette Wier in Auftrag gegeben und hoffe, dass der Rat sich positiv dafür ausspricht", so Brauer. Dann stünde als nächstes die Abfrage der Nachbarkommunen, die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes, die Frage der Immobilie und natürlich auch die Frage der Finanzierung an. Erst danach geht das Verfahren zur Bezirksregierung Düsseldorf, die den Antrag gewichtet, bewertet und anschließend darüber entscheidet.
Martin Hiller, Sprecher der Gesamtschulinitiative, war gestern jedenfalls einfach nur überrascht, positiv überrascht. "Wir begrüßen und freuen uns über die aktuelle Entwicklung und stehen jetzt natürlich für Gespräche bereit. Und so lange wir nichts anderes mehr hören, gehen wir davon aus, dass die Gesamtschule Kleve zum Schuljahr 2010/11 startet, allerspätestens aber 2011/12." Und so läuft auch der Countdown auf der Internetseite der Initiative weiter: Nur 268 Tage bis zum Schulbeginn 2010 und dem Start der Gesamtschule im Nordkreis Kleve.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







