Bedburg-Hau: Gesamtschule St. Markus?
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010 - 11:54Bei der jetzigen Schulentwicklung droht spätestens im Jahr 2016/17 das „Aus” für die Hauptschule St. Markus Bedburg-Hau, befürchtet Schulverwaltungsamtsleiter Georg Sevens. Gemeinde und Schule arbeiten derzeit an Konzepten für die Zukunft.
Das „Aus” für die Hauptschule Bedburg-Hau in sechs bis sieben Jahren steht im Raum. Zwar haben die Grundschulen in Bedburg-Hau genug Schüler, so dass deren Bestand für die nächsten Jahre mehr als gesichert ist. Doch hat sich das Verhalten beim Wechsel von der Grundschule in eine weiterführende Schule auch im ländlichen Bereich wie Bedburg-Hau drastisch geändert.
Das allgemeine Problem
Das bestätigte gestern im RP-Gespräch auch Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen. Der Erste Bürger der Gemeinde, der auch lange Jahre Schulamtsleiter war, sieht da eine deutliche Entwicklung. „Zu meiner Zeit gingen 40 Prozent in die Hauptschule, heute schicken dagegen nur noch allenfalls 20 Prozent der Eltern ihre Kinder auf unsere Hauptschule. Das allgemeine Problem der Hauptschulen ist also auch auf dem Land angekommen. Das hat nichts mit den daran beteiligten Personen zu tun”, sagt er. Es zeichne sich eben ab, dass das Gros der Elternschaft das Vertrauen in diese Schulform verloren hat.
Hans Burg, ehemals SPD-Ratsmitglied in Bedburg-Hau, war als Beobachter auf der Infoverantstaltung über die Entwicklung der Bedburg-Hauer St. Markus Hauptschule. Er vermisste ein Konzept, „wie man die gemeindliche Hauptschule St. Markus attraktiver machen könnte”, schreibt er in einer Stellungnahme.
Die Schulleiterin habe krankheitshalber ihr Erscheinen absagen müssen. Leider sei auch der stellvertretende Schulleiter erkrankt. Auch sonst sei keiner aus dem Lehrerrat dagewesen, um die Interessen von St. Markus wahrzunehmen.
Das sei keine Werbung für die Gemeinschaftshauptsschule gewesen. „Wir fanden das beschämend”, schreibt Burg.
Andererseits räumt Driessen ein: „Wenn die Gesamtschule in Kleve kommt, ist unsere Hauptschule kaputt”. Die Gemeinde ist Mitglied im Zweckverband der Gesamtschule in Goch. „Die ist Schulden finanziert wenn wir aus dem Verband austreten, müssen wir uns an diesen Schulden beteiligen. Das können wir nicht”, so der Bürgermeister. Sollte also eine Gesamtschule in Kleve eingerichtet werden, müsse man entscheiden, ob die Gemeinde Mitglied in zwei Zweckverbänden sein kann. „Das muss der Rat entscheiden. Aber wir arbeiten noch an Konzepten, wie wir unsere Hauptschule zukunftssicher machen können”, sagt Driessen.
Zu einer Schulkooperation zwischen Kleve hier hängt die Hauptschule Materborn am Tropf und Bedburg-Hau wollte Driessen noch keine Stellung beziehen. „Auch da müssen wir erst Gespräche zwischen den Kommunen abwarten”, sagt er mit Blick auf Kranenburg und Kleve.
Erschwert wird die Planung der Kommunen auch vom ungewissen Ausgang der kommenden Landtagswahl. Gewinnt die SPD, ist die Gesamtschule (die ja eigentlich mit einem Drittel ihrer Schüler auch nur die Hauptschule fortführt) wieder gesetzt. Gewinnt die CDU, wird man über Schulmodelle wie im Saarland oder Hamburg nachdenken müssen.
Auf der Info-Veranstaltung, auf der Schulamtsleiter Georg Seves die schlechten Zahlen vorstellte, sprangen gleich Mitglieder der Klever Gesamtschul-Initiative in die Bresche: Wenn es in Kleve zur Gründung einer Gesamtschule komme, könnte die ehemalige St. Markus-Hauptschule eine Filiale der Gesamtschule werden, warfen sie mit Blick auf die gut ausgestattete Schulanlage in die Diskussion. Dazu Driessen: „Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, eine Gesamtschule auf so viele Standorte zu verteilen”.
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