Kleve: Glocke und Feierstunde zum 60. Ordensjubiläum
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 25.08.2009Kleve (RPO). Sie hat sie sich so sehr gewünscht: Zum 60. Ordensjubiläum bekam die Klever Franziskusschwester Mutter Hedwig (80) ihre Glocke zurück. Schon beim Guss 1961 war sie dabei. Und auch als sie später Leiterin des Kinderdorfes auf der Josefshöhe in Schneppenbaum war, läutete dass gusseiserne Geläut unentwegt. Vor zwei Jahren dann die Schreckensnachricht: Vandalen zerstörten die kleine Kapelle, nur in letzter Minute konnte die Josefsglocke aus dem Turm gerettet werden. Seitdem ist sie in den Gefilden des Mutterhauses an der Spyckstraße in Kleve zurück. Jetzt hängt sie im Innenhof – sehr zur Freude von Mutter Hedwig. "Lasst uns darauf ein Josefgebet sprechen", sagt sie und blickt zufrieden drein.
Jubelstunde mit Eucharistiefeier
Im Rahmen einer Jubelstunde mit Eucharistiefeier, die der Weihbischof des Bistums Münster, Heinrich Janssen, gestaltete, und einem Empfang auf der Brücke des Franziskushauses feierten Mutter Hedwig und Schwester Dorothea gemeinsam ihr Diamantenes Ordensjubiläum. Zugegen waren unter anderem auch der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau, Heiner Hollands (CDU), sowie der amtierende Bürgermeister der Stadt Kleve, Theo Brauer, ebenfalls Christdemokrat. "Ich kenne Mutter Hedwig schon seit sehr vielen Jahren. Sie hat mir Geduld beigebracht – im pädagogischen Geschäft, nicht im politischen, wohlgemerkt", sagt der Chef der Klever Verwaltung. Auch Thomas Delbeck, Vorsitzender des Vereins für Haus und Krankenpflege Kleve, würdigte das Wirken der Ordensschwester. "Bereits im Alter von 20 Jahren gab Mutter Hedwig das Ordensversprechen ab, um im Geiste der Armut, Demut und Reinheit zu leben. Und gerade den Armutsgedanken hat sie über die Jahre hinweg bewusst gelebt", so Delbeck.
Schwester Dorothea hingegen gehört schon seit 61 Jahren dem Franziskusorden an. Während ihrer aktiven Zeit setzte sie sich vor allem für die Kranken- und Altenpflege ein, mittlerweile genießt die 91 Jahre alte Frau ihren Ruhestand in Kevelaer.
Musikalisch wurde die Feier von der Gruppe "Horizonte" begleitet – auch das sehr zur Freude von Mutter Hedwig. "Gemeinsames Singen ist die beste Form der Kommunikation. Gemeinsames Singen schafft Gemeinschaft", sagt die Jubilarin froh und munter. Sie summt ein Lied an. "Sah ein Knab' ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden..."
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