Kleve: Goldene Funker-Olympiade
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 09.02.2009Kleve (RPO). Die Athleten der Schwanenfunker boten eine Spitzenleistung. Show, Bütten, anspruchsvolle Parodien und ambitionierte Nachwuchssportler begeisterten. Närrische Pfeile auf Theo Brauer. Lärm-Protest gegen Anwohner.
Sie haben den Olymp erklommen. Die Athleten der Schwanenfunker erbrachten in einem knapp sechsstündigen Sitzungs-Marathon eine Spitzenleistung in der alten Stadthallen-Arena, die noch aus der Klever Antike stammt.
Show, Bütten, Mundartpflege, anspruchsvolle Parodien und ambitionierte Nachwuchssportler sorgten für eine närrische Gala, bei der eine Goldmedaille für den Karneval im Kleverland errungen wurde. Bei der Sitzung, die unter dem Motto "Funker-Olympiade" stand, schossen die Athleten häufig Pfeile auf den Klever Bürgermeister wegen dessen Dauerpräsens in der Öffentlichkeit.
Fantastischer Gardetanz
Das Fest der närrischen Nationen begann mit einem farbenprächtigen Einzug der Klever Ortsteile und dem olympischen Eid des Klever Narren (Michael Rübo), der die Volksabstimmung über die Unterstadt-Planung als Kneifen des Rates vor dem Regieren ansah. Einen olympiareifen Auftritt hatte Tollität Achim "der Tierische" mit seinem Gefolge samt Prinzenlied-Sängerin Sandra Kozikowski. Umjubelte Goldmädchen waren mit einem fantastischen neuen Gardetanz und einem rassigen Showtanz die Funkerschwänchen.
Kostümiert
Immer mehr Narren erschienen zu den Sitzungen der Schwanenfunker kostümiert. Die Spitzenleistungen der Funker-Olympiade werden insgesamt dreimal zu sehen sein. Etwa 2000 Narren werden im antiken Rund der Stadthallen-Arena mit den Athleten feiern. Etwa 50 Akteure, die sich seit Monaten in ihrer Freizeit auf ihren olympischen Auftritt vorbereiten, stehen auf den Brettern. 15 Funker sind hinter der Bühne - als Techniker, in der Schminke oder als Maler. Spielleiter des Vereins mit 77 Mitgliedern sind Fred Quinkertz, André Budde und Erich Billion.
Bauer sucht Frau: Hühnerbaron Jan (Michael Hövelmann) berichtete in einer zündenden Bütt von seinen Schwierigkeiten bei der Brautschau. Die Weltmeister und Olympiasieger im Zwiegespräch karikieren lokale Ereignisse seit 40 Jahren mit genialem Wortwitz. Diesmal sahen Di-Schu (Paul Dirmeier und Helmut Schumacher) von der Plattform des Aussichtsturms auf die City-Träne. Eine Hitparade mit rassigen Parodien boten die gefeierten Funkerblaagen bei der Klever Strandbar-Party. Eine herrliche Satire über die Zustände im Hallenbad brachte Schwimmwunder Bruno Kleindorp. Spitzenleistungen bot der Funkerchor, der aus der Antike nach Kleve gereist war. Herrlich war die Bütt von Bernd Thiele. Der Seemann plauderte von der Einkaufs-Tortur mit seiner Frau.
Sie erfinden sich künstlerisch immer wieder neu - die Twens mit ihren erstklassigen Parodien, die als Schnäppchenjäger unterwegs waren. Das Klever Original Wim Lievertz startete in der Bütt als Pogge Wim Zwerchfell-Angriffe. Olympische Fitness und kreativen Unsinn boten die Chaoten unter Leitung von Herbert Krahnen.
Die Truppe spöttelte karnevalistisch über die Generalprobe der Schwanenfunker. Eine Liebeserklärung an Kleve gab's mit rockigen Heimatliedern vom Trio Kaputto. Gegen Mitternacht griffen Jan Vierboom und Stefan Quinkertz kräftig in die Gitarrensaiten. Und Frank Janssen haute mächtig auf die Pauke, um einem Anwohner-Ehepaar den Funker-Lärm-Protest auf den Balkon zu schicken. Da tobte der Saal.
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