Kleve: Gottau bald ein Seliger?
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010Kleve (RPO). Er war so oft im Kreis Kleve unterwegs, um für seine bettelarme Diözese Spenden zu sammeln: Für Bischof Georg Gottau wurde jetzt ein Seligsprechungsprozess im Erzbistum von Buenos Aires eröffnet.
KREIS KLEVE Überraschung und Freude bei vielen Menschen im Kreis Kleve: Für den Gründerbischof des Bistums Añatuya/Nordargentinien, Mons. Georg Gottau, wurde in Buenos Aires der Seligsprechungsprozess eröffnet. Bischof Gottau ist am Niederrhein kein Unbekannter. Er besuchte regelmäßig Pfarrgemeinden, um über sein bitterarmes Bistum zu berichten und um Spenden für seine riesige Diözese zu bitten. Inzwischen ist bekannt, dass der Seligsprechungsprozess im Erzbistum von Buenos Aires seinen Anfang genommen hat. Zuständig ist stets die Diözese, in der der Diener Gottes starb. Als Vizepostulator, das ist der Vertreter des Prozesses im Heimatland, wurde in der Causa Gottau die Ordensschwester Isabel Fernandez ernannt. Sie arbeitet an der Kurie des Erzbistums von Buenos Aires und wird im Mai nach Europa kommen, um Orte zu besuchen und mit Leuten zu sprechen, die Bischof Gottau gekannt haben. Sie ist sehr dankbar, Zeugen für den Kanonisierungsprozess in Deutschland zu treffen.
Seligsprechungsprozess
In der Diözese Añatuya wird Bischof Georg Gottau, dessen Großeltern Wolgadeutsche waren und nach Argentinien auswanderten, hoch verehrt. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis zu seinem Tode besuchte er immer wieder Pfarreien in Deutschland, darunter auch Gemeinden im Kreis Kleve.
Jetzt wurde in Buenos Aires für ihn der Seligsprechungsprozess eröffnet.
Volkstümliche Mission
Mons. Gottau wurde am 23. Mai 1917 in Gazcón (Provinz Buenos Aires) geboren. Er legte sein Gelübde am 2. Februar 1938 in der Kongregation der Missionare des Hl. Erlösers (Redemptoristen) ab. Kurz nach der Priesterweihe am 19. Dezember 1942 begann Pater Georg seine Aufgabe in der "volkstümlichen" Mission. In den vierziger Jahren war er in der Provinz Santiago del Estero, in dem Gebiet, das viele Jahre später seine Diözese wurde. Er missionierte die Provinzen Buenos Aires, La Pampa und Patagonien und wurde später Leiter der Missionspatres der Redemptoristen für ganz Argentinien, bis er aus Rom von Papst Johannes XXIII. zum ersten Bischof von Añatuya ernannt wurde. Am 27. August 1961 wurde er zum Bischof geweiht.
170 000 Katholiken
Am 1. Oktober 1961 begann er mit nur sieben alten Priestern seine Arbeit in einer Zone von 68 000 Quadratkilometern so groß wie die Beneluxstaaten und damals noch 170 000 Katholiken. Durch das Konzil kam er an den Niederrhein, zunächst 1964 durch Pastor van Ooyen nach Kellen, St. Willibrord und durch Pastor Mehring nach Straelen. Seit 1974 bis 1993 war er auch regelmäßig in St. Antonius, Kranenburg-Nütterden, zu Gast. Hier gibt es sogar einen "Bischof-Gottau-Weg". Die Verbindung zum Kreis Kleve weitete sich in diesen Jahren auf andere Pfarrgemeinden und Institutionen aus. Bischof Gottau zeigte seinen Glauben in den Werken, die er mit Hilfe vieler Wohltäter, besonders auch aus Deutschland, schaffen konnte. Er beendete seine Mission, befruchtet durch eine lange Krankheit, am Sonntag des Guten Hirten, am 24. April 1994. Sein Grab befindet sich in der schlichten Kathedrale in Añatuya. Sie ist ein Geschenk Papst Paul VI.
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