Kalkar: Gurt sorgte für Unfall
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 16.07.2009Kalkar (RPO). Dem Mädchen, das sich auf einem Karussell im Freizeitpark "Wunderland" schwer verletzte, geht es besser. Sie darf voraussichtlich Ende der nächsten Woche das Krankenhaus verlassen. Der TÜV Rheinland hat inzwischen ein Gutachten angefertigt. Alles deutet daraufhin, dass der Gurt defekt war.
Mit zwei Tüten voller Geschenke tauchte er im Krankenzimmer auf. Han Groot Obbink, Betriebsleiter des Freizeitparks "Wunderland" in Kalkar, besuchte die neunjährige Rosita. Das niederländische Mädchen war vor zwei Wochen aus einem Karussell seines Spaßparks gefallen.
Oberschenkelbruch, Beckenprellung, Rippenbruch und ein Schleudertrauma waren die Verletzungen, die sie sich bei dem Sturz zuzog. Der Neunjährigen wurde zudem eine Schraube ins linke Sprungelenk eingesetzt. Der Vater des Mädchens erklärte gestern, dass es seiner Tochter besser gehe und sie voraussichtlich Ende nächster Woche das Krankenhaus verlassen könne. "Sie lacht wieder", so der Vater.
Der Familienpark
Rund 600 000 Besucher kann das Freizeitzentrum im Jahr laut eigenen Angaben verzeichnen. Die Hälfte von ihnen besucht Kernie's Familienpark mit seinen 40 Attraktionen.
Die andere Hälfte der Gäste besuchen Hotel, Restaurants und Messen auf dem weitläufigen Gelände des Wunderlandes.
Der "fliegende Elefant"
Was die Unfallursache betrifft, so scheint man hier fündig geworden zu sein. Die Aussagen der Beteiligten deuten daraufhin, dass der Gurt des "fliegenden Elefanten", wie das Fahrgeschäft heißt, defekt war. Han Groot Obbink sagte gestern: "Ein Stück Eisen hat sich offenbar während der Fahrt gelöst, wodurch der Gurt nicht mehr hielt."
Die Aufsicht, so der Park-Betriebsleiter, träfe keine Schuld, sie hätte den Gurt vor der Fahrt ordnungsgemäß festgezogen. Dies sah der Vater des verunglückten Mädchens anders: "Der Gurt ist nicht nachgezogen worden." Doch scheint dieser Umstand für den Unfall keine größere Rolle gespielt zu haben. Vermutlich hat sich der Gurt aus der Gurtschnalle gelöst.
Polizeisprecher Manfred Jakobi wollte sich zum Stand der Ermittlungen nicht äußern. Er hatte gestern Vormittag mit dem neunjährigen Mädchen gesprochen. "Die Ermittlungsakte geht nach Abschluss der Ermittlungen zur Staatsanwaltschaft", sagte Jakobi.
Wie sich der Gurt plötzlich während der Fahrt lösen konnte, ist Han Groot Obbink ein Rätsel: "Das Fahrgeschäft wird regelmäßig vom TÜV abgenommen. Vor der Fahrt war nicht ersichtlich, dass hier ein Fehler vorliegt." So deutet einiges daraufhin, dass es sich bei dem Unfall um einen Materialfehler handelt.
Positiv äußerte sich der Vater des verunglückten Mädchens darüber, wie sich das "Wunderland" nach dem Unfall verhalten hat: "Herr Groot Obbink hat sich jeden Tag nach dem Zustand unserer Tochter erkundigt und sie am ersten Tag an dem es möglich war auch besucht. Sein Mitgefühl war echt." Trotz des äußerst guten, anständigen Verhaltens hat sich der Vater dennoch juristischen Beistand durch einen Anwalt gesichert. "Herr Groot Obbink hat mir gesagt, dass man für alles aufkommen werde, wenn die Schuldfrage geklärt ist", so der Vater.
TÜV Rheinland
Was das Fahrgeschäft "fliegender Elefant" betrifft, so wird es in dieser Form zumindest nicht mehr in Betrieb gehen. Der TÜV Rheinland hat ein Gutachten angefertigt. Wenn dies weitere Mängel offenbart, will Betriebsleiter Groot Obbink in seinem Park das Karussell mit den "fliegenden Elefanten" nicht mehr einsetzen. Wichtig für ihn sei ohnehin derzeit nur: "Ich hoffe, dass Rosita wieder gesund wird und nichts von dem Unfall zurückbehält."
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