Kleve: Gute Laune nach Gutachten
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 09.08.2008Kleve (RPO). RP-Umfrage unter den Fraktionsvorsitzenden des Klever Rats: Wie stehen sie dem Zuschuss für den Umbach der Volksbank-Arena gegenüber? Eine Bewertung über die finanzielle Situation des 1. FC Kleve liegt inzwischen vor.
Dass Bauen nicht zwangsläufig eine langwierige Angelegenheit sein muss, bei der der Handwerker des Vertrauens gern die Formulierung „nächste Woche, dann aber bestimmt“ verwendet, wird auf dem Klever Bresserberg deutlich. Dort wird das Stadion des 1. FC Kleve fit für die 4. Liga gemacht. Auf dem Gladbacher Bökelberg hieß es in der Halbzeitpause: „Heute wird gestürmt, morgen wird gemauert.“ Beim 1. FC ist es auch so, nur noch andersherum. Kein Tag Stillstand.
Baustelle gucken
Udo Kempkens, sportlicher Leiter des 1. FC Kleve, freut sich über die vielen Bau-Begutachter, die sich die tägliche Entwicklung auf dem Bresserberg anschauen: „Heute kommen jeden Tag mehr Leute die Baustelle gucken, als früher zu Heimspielen.“ Wenn eine Betonwand gesetzt wird, stehen die Männer, die so viele schöne Geschichten von früher kennen, und diskutieren: über Betonplatten und den 1. FC. Die Baugenehmigung ist beim Verein eingetroffen. Ob die Finanzierung gesichert ist, hängt zu einem nicht unerheblichen Teil von der Stadt Kleve ab.
Die Rheinische Post fragte die vier Fraktionsvorsitzenden des Klever Rats, was sie zum Antrag des 1. FC Kleve sagen. Nicht unerheblich für ihre Entscheidung ist ein Wirtschaftsgutachten, das in Auftrag gegeben wurde. Dort sollte unter anderem ein Blick auf die Kontoauszüge des 1. FC Kleve geworfen werden. Es macht sicherlich Sinn, die Nachhaltigkeit einer 1,4-Millionen-Investition zu prüfen. Nicht, dass demnächst die Unterstufe des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in der Volksbank-Arena ihre Klassenturniere austrägt Doch sieht die Situation nicht schlecht aus.
Die Fraktionen
CDU-Fraktionschef Udo Janssen erklärte, dass er die Entscheidung vom Inhalt des Gutachtens abhängig mache, das allen Fraktionen vorliegt: „Nach erster Durchsicht kommt der Wirtschaftsprüfer zu keinen negativen Ergebnissen. Für die CDU-Fraktion gibt’s nach aktuellem Sachstand keinen Grund, dem Antrag des 1. FC nicht zuzustimmen.“
Alexander Frantz von den Sozialdemokraten will sich über den Inhalt des Gutachtens nicht äußern: „Wir haben zugesagt, das Ergebnis vertraulich zu behandeln. Neben den wirtschaftlichen Aspekten gibt’s auch politische, die bei der Entscheidung beachtet werden müssen.“
Daniel Rütter (FDP) erläutert die Meinung der Liberalen: „Wir haben noch nicht alles intensiv durchgeschaut. Doch scheint es einen Weg zu geben, den man mit dem 1. FC Kleve gehen kann.“
Siegbert Garisch von Bündnis 90 Die Grünen: „Es scheint mir doch alles sehr auf Kante gestrickt zu sein. Die Gesamtinvestition beträgt etwa 3,4 Millionen, doch ist davon nicht alles förderungswürdig. Die Stadt kann keine VIP-Logen finanzieren.“ Einen Betrag von etwa 600 000 Euro muss der 1. FC demzufolge also selbst stemmen. „Die Frage ist für mich, muss man alles von Beginn an haben. Reicht es nicht, erst mal Tribüne und Sicherheitsauflagen zu verwirklichen und später die Logen?“, fragt Garisch.
Sachkenntnis bewiesen
Dass die Investitionen bei einem Abstieg des 1. FC Kleve annähernd so sinnvoll sei wie die in ein hochspekulatives Terminwarengeschäft, sieht der Fraktionssprecher der Grünen aber nicht und beweist Sachkenntnis: „In der NRW-Liga müssen annähernd die selben Bedingungen erfüllt werden.“ Nur würden es dort vielleicht wirklich ein paar VIP-Logen weniger tun.
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