Bedburg-Hau: Gute Stube soll sicherer werden
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 04.05.2007Bedburg-Hau (RPO). Sechs Monate werden die Bauarbeiten für Brandschutzmaßnahmen im Gesellschaftshaus dauern, 450 000 Euro werden die vom Landschaftsverband Rheinland finanzierten Bauarbeiten voraussichtlich kosten
Er gehört zu den schönsten Veranstaltungsorten der Region: der prächtige Jugendstilsaal des Gesellschaftshauses in den Rheinischen Kliniken (RK). Vor allem, seit vor Jahren die Zwischendecke entfernt und die historische Gestaltung des Raums wieder restauriert wurde. Doch jetzt wird das Haus geschlossen: Ein halbes Jahr wird dort gebaut werden. Wenn die Ausführung gut ausfällt, wird man später nichts von ihnen sehen. Fast nichts.
Auflagen erfüllen
„Wir müssen Brandschutzauflagen erfüllen, damit das Gesellschaftshaus weiter genutzt werden kann“, sagt Stephan Lahr, Verwaltungsdirektor der RK. Die Änderungen dafür sitzen im Verborgenen. Wie die „Rauchgasanlage“, die im Fall des Falles den gefährlichen Rauch abzieht – durch Öffnungen in der Decke, die Blechkonstruktion der Anlage und ihre Leitungen liegt über der Decke. Zusätzlich werden Brandmelder mitsamt Alarmanlage eingebaut, Elektro-Leitungen ausgetauscht und die Fluchtwege neu organisiert, Türen, Teile des Fußbodens, Decken und Wände widerstandsfähiger gegen Feuer gemacht.
Sechs Monate Stille
Sechs Monate hat das Haus nun Ruh’: Von Juni bis Ende Dezember bleibt das Gesellschaftshaus als Veranstaltungsstätte geschlossen – problematisch für die Hauer Karnevalsvereine, den Adventsmarkt und andere Veranstaltungen. Inwieweit das prächtige Haus dann später wieder genutzt werden kann, wird derzeit in der Betriebsleitung der Rheinischen Kliniken diskutiert. Zur Zeit läuft die Auschreibungsphase.
„Um nicht zu stark in das denkmalgeschützte Gebäude und den aufwändig gestalteten Saal einzugreifen, sind die Anforderungen an die Planung der Maßnahmen sehr hoch und müssen gut koordiniert werden. Deshalb werden die erforderlichen Arbeiten in intensiver Zusammenarbeit mit Fachingenieurbüros aus dem Bereich Hochbau und Elektro- und Klimatechnik durchgeführt“, sagt Ina Schüler, Leiterin der technischen Abteilung in den RK.
Damit nicht genug: Künftig soll auch die schöne Empore, die mit halbrunden Brüstungen in den hinteren Saal greift, wieder genutzt werden: Platz für kleine Veranstaltungen bietet sie allemal. Hier muss es eine zusätzliche Fluchttreppe für den Brandfall geben, sagt Lahr. Von außen wird sie an den denkmalgeschützten Bau angesetzt werden, soll deshalb auch von einem Architekturbüro entsprechend gestalterisch ausgeführt sein. „Wir stehen da natürlich in engem Kontakt mit dem Amt für Denkmalschutz“, sagt Lahr.
Das gilt auch für die einzigen „massiven“ Eingriffe im Inneren: „Wir müssen einen zentralen Mittelgang als Fluchtweg anlegen – deshalb verlegen wir den Haupteingang in den Saal von den Außenseiten in die Mitte“, sagt Schüler. Auch das soll so werden, dass es mit dem historischen Saal harmoniert. Zumal es schon einmal diesen Eingang über die Mitte gab. „Eine Tür dort ist durch Leichtbauelemente geschlossen“, sagt die Technikerin. Das gleiche gilt für die Wintergartenähnliche Galerie, die dann auch in der Mitte einen Fluchtweg bietet. Es gibt viel zu tun . . . ANGEMERKT
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







