Kalkar/Goch: Haiti: Hiesiger Verein hilft Flüchtlingen
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 - 18:15Das Erdbeben in Haiti macht viele Menschen zu Flüchtlingen. Diesen will der Verein „Schulen in Hispaniola” helfen und die Schulgebäude für sie öffnen, die er in Haiti und der Dominikanischen Republik aufgebaut hat.
Mit dem Finger fährt Michael Heiming die Karte von Hispaniola ab, die Insel, die sich in Haiti und Dominikanische Republik aufteilt. Der Vorsitzende des Vereins „Schulen in Hispaniola” mit Sitz in Kalkar zeigt die Orte in den beiden Ländern, an denen der Verein beim Bau von Schulen geholfen hat. Sie sind weit von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince entfernt und damit auch weit vom Epizentrum des Erdbebens, das Hauptstadt und Umland vor rund einer Woche erschütterte.
„Unsere Schulen sind nicht beschädigt”, sagt Heiming. Doch die Katastrophe hat viele Menschen zu Flüchtlingen gemacht hat, die nun in den Westen Haitis drängen oder die Dominikanische Republik. Denen will der Verein helfen und die Schulen vorübergehend zu Flüchtlingslagern machen. Gelernt werden soll dort in dieser Zeit nicht. 33 Schulen sind das in der Dominikanischen Republik, in Haiti eine. Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass sich der Verein bereits seit knapp zehn Jahren in der Dominikanischen Republik engagiert, in Haiti seit 2008. „Vorher war es wegen der Kriminalität zu gefährlich einzureisen”, sagt Heiming.
Der Verein „Schule in Hispaniola” ist auf Spenden angewiesen.
Bankverbindung 1 Volksbank Kleverland, BLZ: 32460422, KN: 17516019, Bankverbindung 2 Sparkasse am Niederrhein, BLZ: 35450000, KN: 1250091236
Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins unter www.schulen-hispaniola.de
Verstärkt in Haiti engagieren
Wegen des Erdbebens will der Verein nun verstärkt in Haiti Schulen aufbauen. Eine Schule in Port-au-Prince, die stark beschädigt worden ist, soll bald wieder aufgebaut werden. „Das ist aber erst der übernächste Schritt”, sagt Heiming, „jetzt geht es erst darum, möglichst viele der Überlebenden zu retten.”
Heiming und Barbara Becker, ebenfalls Vorsitzende des Vereins, stehen in Kontakt mit den Helfern in Haiti. Sie kommunizieren über Internet und Telefon. „Wir als kleiner Verein haben gegenüber den großen Hilfsorganisationen den Vorteil, dass wir die Leute vor Ort kennen”, sagt Barbara Becker.
Nach Haiti werden Mitglieder des Vereins erst in einigen Monaten fahren. Momentan ist es viel zu aufwändig, in die entlegene Region zu kommen, in der die Schule liegt. Becker und Heiming waren im Sommer zuletzt dort. „In diesem Land ist gar nichts vorhanden”, sagt Becker. Auch wenn ihre Hilfe nur einen Tropfen auf dem heißen Stein sei, sagt Heiming, „an den Stellen, wo wir uns engagieren und eine Schule bauen, merken wir die Wirkung sofort.” Bei ihrer Reise gewannen die Vereinsmitglieder trotz des miserablen Zustands des Landes den Eindruck, dass sich Haiti allmählich entwickelte. Verkehrsverbindungen wurden ausgebaut, die Versorgung mit Strom wurde besser. „Nach der Erdbebenkatastrophe ist Haiti um Jahrzehnte zurückgeworfen”, sagt Heiming.
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