Kleve: Hakenkreuz auf Fassade geschmiert
zuletzt aktualisiert: 15.07.2008Kleve (RPO). Kevelaer (s-g) Erneut meldet die Kreis Klever Polizei einen Vorfall in Kevelaer, der augenscheinlich einen rechtsradikalen Hintergrund hat.
Filzstift
In der Nacht zu Freitag zeichneten Unbekannte an eine Hausfassade an der Kevelaerer Hauptstraße ein Hakenkreuz. Laut den Ermittlern wurde das insgesamt 20 mal 20 Zentimeter große Kreuz mit einem schwarzen Filzstift aufgetragen. Bereits vor vier Wochen waren in der Stadt Hakenkreuz-Schmierereien aufgefallen, an der Maasstraße. Am gleichen Wochenende hatte es in einem Schnellrestaurant an der Feldstraße eine heftige Schlägerei gegeben, an der laut Aussagen einiger Beteiligter Skinheads Schuld gewesen sein sollen. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen.
Die Kreispolizei hatte nach diesen Vorkommnissen den Polizeilichen Staatsschutz in Krefeld eingeschaltet. In der vergangenen Woche gab es einen weiteren Vorfall: Ein 22-jähriger Kevelaerer fiel beim Einkaufen in einem Supermarkt an der Feldstraße mit einem Hakenkreuz-T-Shirt auf. Kunden alarmierten die Polizei, auf den jungen Mann wartet ein Strafverfahren.
„Akt der Provokation“
Trotz der gehäuften Vorfälle gehen die Ermittler in Krefeld davon aus, dass es sich nicht um Symptome einer „rechten Szene“ in Kevelaer handelt. Auch die jüngste Schmiererei sei kein Beleg. Solches Vorgehen sei für „echte“ Rechtsextreme eher untypisch, erklärt der Krefelder Polizeisprecher Rainer Behrens. „Das ist ein Akt von Provokation. Die Täter wissen, dass sie damit Aufmerksamkeit erregen können.“
Das müsse nicht unbedingt auf einen harten rechtsextremen Hintergrund verweisen. Behrens: „Wir gehen weiter davon aus, dass in Kevelaer keine einschlägige Szene existiert.“
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