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  Foto: RPO
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Kreis Kleve: Hartz IV: Wieder mehr Langzeitarbeitslose

VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 - 16:54

Es ist noch keine Trendwende in Sicht. Auch im Februar gibt es wieder mehr Hartz IV-Empfänger im Kreis Kleve. Insgesamt leben nun 7841 Männer und Frauen mit ihren Familien vom Arbeitslosengeld II. Das sind 38 Bedarfsgemeinschaften mehr als im Monat zuvor, die auf die finanzielle Unterstützung des Staates angewiesen sind.

„Jahreszeitlich gesehen ist der Anstieg normal. Wir haben einen harten und lang andauernden Winter”, sagt Landrat Wolfgang Spreen, der die aktuellen Zahlen am Mittwochmorgen im Kreishaus vorstellte. Was jedoch gar nicht normal ist, ist die Tatsache, dass die Anzahl der Hilfebedürftigen seit geraumer Zeit zu- statt abnimmt.

Lichtblick: Weniger Kinder leben von Hartz IV

Genauer gesagt gab es im Dezember 2008 mit 6962 Bedarfsgemeinschaften einen historischen Tiefststand. Seitdem weist die Fieberkurve konstant nach oben. „Die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen gestaltet sich aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage als schwierig. Es ist für den Personenkreis nicht einfach,wieder Fuß zu fassen”, sagt Spreen.

Das belegen auch die Zahlen. Wurden vor einem Jahr noch etwa Zweidrittel der Integrationserfolge in eine Vollzeit-Beschäftigung vermittelt, so sind es jetzt nur noch ein Drittel. Im Gegenzug dazu nimmt der Anteil der geringfügigen Beschäftigung zu. Einziger Lichtblick, so Spreen, sei die Tatsache, dass immer weniger Kinder im Kreis Kleve (3255) von Hartz IV leben.

Zur aktuellen politischen Diskussion, die Zukunft des deutschen Sozialstaates, äußerte sich Spreen wie folgt: „Das ist schwierig abzuwägen. Auf der einen Seite sollten Menschen, die in Vollzeit arbeiten, besser entlohnt werden als Menschen, die nicht in Vollzeit arbeiten. Auf der anderen Seite müssen die menschlichen Grundbedürfnisse befriedigt werden.” Das Modell der Optionskommune, wie es auch der Kreis Kleve fährt, sieht er aber als ein zukunftsträchtiges Modell an. Daher wäre eine baldige Gesetzesänderung, so der Landrat, wünschenswert.


 
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