Kleve: Heute hier, morgen dort
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 07.12.2010Kleve (RPO). Die Sänger und Kabarettisten Hannes Wader, Hagen Rether und Mirja Boes präsentiert der Fachbereich Kultur der Stadt Kleve in der Stadthalle. Mit Rether und Boes haben Stadt und Kulturbüro Niederrhein Comedians auf der Bühne, während mit Wader ein klassischer Liedermacher kommt.
Guido Cantz und Marc Metzger füllten die Klever Stadthalle. Dann sollte in diesem Jahr noch Mirja Boes kommen und Kleves Kabarettszene bereichern. Doch die 1971 in Boisheim geborene Kabarettistin, die seit 2008 über die Bühnen der Republik tingelt, wurde schwanger. Das Kind soll Heiligabend auf die Welt kommen, Boes am 25. März nach Kleve. "Erwachsen werde ich nächste Woche", heißt dann das Programm der jungen Mutter. Sie setzt damit den Schlusspunkt unter das Kabarettprogramm, das vom Fachbereich Kultur der Stadt und dem Kulturbüro Niederrhein organisiert wird.
Kooperation
Das Risiko des Veranstalters wird durch die Kooperation zwischen Fachbereich und freiwirtschaftlichem Kulturmanagement geschmälert, sagt Kulturmanager Bruno Schmitz. Dafür hole er Künstler in die Kreisstadt, die auch schon größere Hallen füllen. Wie eben Cantz, Metzger und Boes. Auch der Freund scheinbar leichter Muse am Klavier, Hagen Rether kann große Hallen füllen. Der Mann am Klavier, Kabarett-Preisträger seines Zeichens, teilt gerne süffisant aus, ist alles andere als leichte Kost. Die Laudatio lobte Rether als Kabarettist "mit sanfter Stimme und voller Angriffslust". Er gastiert am 8. Februar in der Klever Stadthalle.
Aus einem ganz anderen Genre kommt dagegen Hannes Wader. Seine Gitarren-Hymne "Heute hier, morgen dort" von 1972 war jahrelang das erste Lied seiner Auftritte und wurde schon fast zum geflügelten Wort. Am 13. Februar kommt Wader nach Kleve. Er gehört zur Gilde der Liedermacher wie Reinhard Mey, Konstantin Wecker oder Franz-Josef Degenhardt. In den späten 1960er Jahren und dann in den 1970er Jahren sang er auf vielen politischen Veranstaltungen, war damals der Troubadour der westdeutschen Linken und der Studentenbewegung, sagt Schmitz. Inzwischen stehen vor allem Vertonungen deutscher Dichter auf seinem Programm – wie von Eichendorff. "Natürlich werden auch frühe Lieder nicht fehlen", so der Kulturmanager.
Bruno Schmitz hat den Liedermacher 1978 bei den Weltjugendspielen auf Kuba kennengelernt. "Wir traten damals im Lenin Stadion auf, vor Fidel Castro. Aber das liegt ewig zurück", erinnert sich der Klever Kulturmanager. Schmitz war damals das Duo Bruno und Klaus. "Klaus Martens aus Uedem", sagt Schmitz. Wenig später ging der heutige Kulturmanager mit dem Duo "Laut und Lästig" auf Tour.
Schmitz ist überzeugt, dass die beiden Abende, die nur wenige Tage auseinanderliegen, sich nicht gegenseitig die Besucher wegnehmen. "Dafür sind Rether und Wader zu verschieden", sagt Schmitz. Und es sei das einzige Konzert Waders am Unteren Niederrhein.
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