Kalkar: Hier kocht der Chef
VON SARAH DICKMANN - zuletzt aktualisiert: 16.12.2006Kalkar (RPO). Kartoffelsalat mit Würstchen oder Gänsebraten? Die Rheinische Post hörte sich bei Köchen im Kreis Kleve um, was zum Weihnachtsfest bei ihnen auf den Tisch kommt – privat und für die Restaurantgäste.
Räucherlachs, Fenchelrahmsuppe, Rehkeule und flambierter Kaiserschmarrn – klingt himmlisch. „Ist es auch“, verspricht Michael Litjes. Das köstliche Menü zaubert der Inhaber des Hotels „Litjes“ in Goch zu Weihnachten allerdings nur für die Gäste. Bei seiner Familie wird an Heiligabend eine große Platte auf dem Tisch stehen. Eine Platte mit Käse und Aufschnitt. „Bei uns gibt es an diesem Weihnachten zum ersten Mal Butterbrot“, erzählt der Koch. Denn die Familie hat beschlossen, in diesem Jahr weniger aufwändig zu essen. Eines darf jedoch keinesfalls fehlen: Heringssalat.
Mutters Salat
„Dieser Salat gehört schon seit meiner Kindheit zu Weihnachten.“ Wer den besten macht? „Definitiv meine Mutter“, verrät Litjes, der bei Feiern mit der Familie gern einmal „den Löffel fallen lässt“, wie er sagt. In der Vergangenheit gab es des öftern Fondue zu Weihnachten. Mal chinesisch, mal Käsefondue – „Eintönigkeit beim Essen wäre in meinem Beruf tödlich.“
Öffnungszeiten
Küchenkraut Geöffnet am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag jeweils von 12 bis 14 und ab 18 Uhr. Reservierungen werden unter Tel. 02821 / 895708 erbeten.
Hotel Litjes Michael Litjes öffnet an den Feiertagen zwischen 12 und 15 und ab 18 Uhr. Reservierungen möglich unter % 02823 / 94990.
Meier’s Das Restaurant bleibt über Weihnachten geschlossen.
Georgia Hotel Kleve Restplätze für Heiligabend und den Abend des zweiten Feiertages (jeweils ab 18 Uhr) können unter Tel. 02821 / 7170 reserviert werden.
Abwechslung beim Weihnachtsessen bringt bei Ralf Horst Tronnier vom Restaurant „Küchenkraut“ Töchterchen Marina (6) auf den Tisch. „Heiligabend gibt es bei uns das, was sie mag. Das kann Reis mit Shrimps und Tomatensoße sein, Gulasch oder ein Spaghettigericht.“ Viel Zeit hat Tronnier Heiligabend nicht: Er wird mit dem „Gänsetaxi“ unterwegs sein. „Wir bringen den Kunden Gänsebraten, der sich im Restaurant leckerer und bequemer zubereiten lässt als zuhause.“ Am ersten und zweiten Weihnachtstag gibt es den Gänsebraten samt Apfelrotkohl, Klößen, Bratapfel und Maronen dann im Restaurant.
Gans gehört auch bei Familie Meier zu Weihnachten dazu – in diesem Jahr erstmals nicht im Restaurant, sondern nur zuhause. „Da ich ja nun einmal Koch bin, bittet die Familie mich immer, das Essen zuzubereiten“, berichtet Michael Meier, Inhaber des gleichnamigen Restaurants in Kalkar. Der Heiligabend mit Gans, Rotkohl, Knödeln und karamellisierten Äpfeln ist für die Familie reserviert. Erstmals nehmen sich Petra und Michael Meier auch den ersten und zweiten Feiertag frei, um die in Österreich und Süddeutschland lebenden Eltern besuchen zu können.
In vierter Generation
Hans-Jörg Havemann, Küchenchef des Georgia Hotels Kleve, wird an Weihnachten zuhause nicht in die Küche gelassen. „Da duldet meine Frau keinen Widerspruch.“ Bockwurst, Buletten und Kartoffelsalat werden an Heiligabend von ihr zubereitet. „An den beiden Feiertagen arbeite ich und werde im Hotel essen“, berichtet Havemann. Buffet mit Grill- und Wokstation sowie Gänsemenü bieten er und sein Team den Besuchern. „Weihnachten in Verbindung mit stressigen Arbeitstagen kenne ich seit meiner Kindheit, denn ich bin Gastronom in vierter Generation.“ Urlaub gibt es bei den Havemanns dafür im Januar. „Da lasse ich mich dann auch mit leckerem Essen verwöhnen.“
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