Kleve: Historiker der Heimat
VON WERNER STALDER - zuletzt aktualisiert: 10.10.2009Kleve (RPO). Der Nütterdener Dr. Otto Friedrichs hat den Rheinlandtaler erhalten. Friedrichs hat sich Verdienste um die Erforschung der rheinischen Geschichte erworben. Vielfältiges Engagement des Preisträgers.
kranenburg-nütterden "Wir freuen uns am heutigen Tage ganz besonders, mit Dr. Otto Friedrichs eine in mehrfacher Hinsicht außergewöhnliche Persönlichkeit mit dem Rheinlandtaler auszeichnen zu können", sagte Horst Pankatz, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland (LVR) zur Verleihung des Rheinlandtalers in der Jugendtagungsstätte Wolfsberg an Dr. Otto Friedrichs aus Nütterden. In seiner Laudatio warf der Vertreter des Landschaftsverbandes Rheinland einen Blick auf die Verdienste des Geehrten um die Erforschung der rheinischen Geschichte. Schon der Ort der Auszeichnung, der Wolfsberg, liege dem Preisträger besonders am Herzen. Er habe die Entwicklung in seinem Buch "50 Jahre Wolfsberg – Vom Ferienlager zur Jugendtagungsstätte" dargestellt.
Promoviert
Zu den großen Stärken des 1931 geborenen Otto Friedrichs zählten Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit. "So kann es eigentlich nicht verwundern, dass er 1997, als vermeintlicher Ruheständler, an der Universität Münster mit ‚summa cum laude' zum Dr. phil. promovierte", so Horst Pankatz. Der Rheinlandtalerträger habe sich seit Jahrzehnten um die Pflege der Kultur auf vielfältige Weise verdient gemacht: seit 1946 aktives Kirchenchormitglied von St. Antonius Nütterden, dessen Chronik er schrieb, 1990 Träger der Cäcilien-Medaille, seit 2002 Ehrenvorsitzender des Chores, seit 1951 Mitglied der Städtischen Singgemeinde Kleve, für die er zum 200. Jubiläum die Chronik verfasste, Mitbegründer des Geologischen Museums Kleve und der Peter-Heinrich-Thielen-Gesellschaft, Korrespondent des geologischen Landesamtes NRW, Engagement im Heimatkundeverein "Die Düffel", Chronist der Festschrift der Johannes-Bruderschaft Nütterden und des vielbeachteten Buches "Nütterden – Geschichte(n) und Bilder eines Dorfes am Niederrhein" sowie weitere Autorentätigkeiten.
"Ihre Ehefrau Agnes, so wurde mir berichtet, ist wohl ihre härteste Kritikerin und wichtigste Ratgeberin", sagte der LVR-Vizevorsitzende, der die Urkunde verlas und den Rheinlandtaler überreichte.
Vizelandrat Otto Weber bescheinigte dem Geehrten, dass er sich mit großem persönlichen Engagement mit historischen und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen befasst und deren Bedeutung den Menschen durch zahlreiche Publikationen nähergebracht habe. "Ihre Arbeit stellt das Gedächtnis des Kreises sicher", betonte Weber in seinem Grußwort.
Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins würdigte in seiner Gratulation vor allem die Veröffentlichungen von Dr. Otto Friedrichs als Mitbürger der Ortschaft Nütterden: "Wir sind froh und stolz, mit ihnen in unserer Gemeinde einen Historiker zu haben, der sich um die Erforschung und Dokumentation der Geschichte große Verdienste erworben hat."
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