Kleve: Hobby: Mathematik
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 21.08.2008Kleve (RPO). Noch bis Samstag findet in Nütterden die „Mathematische Sommerakademie“ statt. Rund 120 Schüler aus ganz NRW treffen sich dort, um gemeinsam mit 18 Dozenten an ihren mathematischen Fähigkeiten zu arbeiten.
Kranenburg-Nütterden Das Unterrichtsfach Mathematik lässt vielen Schülern einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Dass der Umgang mit Brüchen und Formeln aber nicht immer langweilig und kompliziert sein muss, beweisen eindrucksvoll die Teilnehmer der „Mathematischen Sommerakademie“. Bei der einwöchigen Veranstaltung treffen sich die besten Nachwuchs-Mathematikerinnen und Mathematiker aus ganz Nordrhein-Westfalen, um eine Woche lang verschiedenste Themengebiete ihres Lieblingsfaches zu behandeln. Bereits zum neunten Mal dient dabei die Jugendtagungsstätte Wolfsberg in Nütterden als Austragungsort.
Wie Vorhand beim Tennis
„Mathematik muss man genauso lernen und üben wie die Vorhand beim Tennis, besonders wenn man an Wettbewerben teilnehmen will. Man muss ebenso kombinieren, ausschließen und vorhersehen“, erklärt Ralf Wambach, der die Akademie seit vier Jahren mit Leib und Seele leitet und organisiert, davor bereits fünf Jahre lang als Dozent teilnahm. Ziel der Mathematischen Sommerakademie ist die intensive Förderung mathematisch besonders begabter Schüler.
Knapp 120 Jungen und Mädchen der Klassen Sechs bis 13 nehmen teil und werden von zehn Lehrern und acht Studenten in den Unterrichtsräumen der Tagungsstätte unterrichtet. Auch die elfjährige Nora ist von Köln bis nach Nütterden gereist, um etwas dazuzulernen. Die Sechstklässlerin hat zwar regelmäßig ein „Sehr gut“ auf dem Zeugnis, will ihre Fähigkeiten aber noch weiter verbessern, denn Mathe ist für sie nicht nur ein Unterrichtsfach, sondern auch ein Hobby. „Ich finde es total schön, an der Akademie teilnehmen zu dürfen, weil mir Mathe besonders viel Spaß macht“, sagt die Elfjährige.
Der Weg bis nach Nütterden war für Nora kein leichter, schließlich muss sich jeder Schüler über Schul-, Regional- und Landesebene für das einwöchige Treffen qualifizieren. Wer sich dort besonders auszeichnet, hat die Chance, in die Mannschaft für die deutsche Meisterschaft aufgenommen zu werden. Letztes Jahr hat die NRW-Truppe dort einen fabelhaften zweiten Platz belegt. „Wir konnten sogar Thüringen abhängen. Da sind wir besonders stolz drauf, denn die haben Spezialschulen für Mathematik, ähnlich wie die Sportgymnasien in NRW“, lobt Wambach seine Schützlinge.
Und damit das Ergebnis auch bei der nächsten deutschen Meisterschaft wieder so gut ausfällt, üben die Dozenten noch bis Samstag gemeinsam mit ihren Mathe-Schülern.
Schöner Wolfsberg
Mit den Räumlichkeiten sind die Teilnehmer übrigens sehr zufrieden: „Wir gehen hier nicht mehr weg, der Wolfsberg ist viel zu schön“, sagt Wambach, der sicher auch im nächsten Jahr wieder mit dem Mathematik-Nachwuchs in Nütterden gastieren wird.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







