Kreis Kleve: Hochschul-Baustelle: Bald Besichtigungen für Bürger?
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 31.08.2011Kreis Kleve (RP). Bisher ist die Baustelle der Hochschule Rhein-Waal im Hafen Kleve ein abgeriegeltes Gelände. Zwei Meter hohe Bretter verbergen seit Januar 2010 die Sicht auf die 20 emporwachsenden Campus-Gebäude.
Lediglich von der Brücke am Klever Ring haben Interessierte einen wunderbaren Blick auf die Baustelle. Auch Richtung Rübo-Gas gibt es ab und an interessante Einblicke. Das war es dann aber auch schon.
"Hier entsteht Exzellenz"
In Zukunft könnte sich das allerdings ändern. Denn im Rahmen eines Pressegespräches mit den beiden Mitgliedern des Landtages NRW aus dem Kreis Kleve, Margret Vosseler und Manfred Palmen, antwortete Landrat Wolfgang Spreen auf die Frage der Redaktion, ob denn auch Bürger die Baustelle der Hochschule Rhein-Waal besichtigen können: "Noch nicht." Dabei lag die Betonung ganz klar auf "noch".
Damit würde der Kreis Kleve als Initiator und Bauherr des Millionen-Projektes sein Bestreben unterstreichen. Denn die Hochschule Rhein-Waal soll nicht nur jungen Menschen bestmögliche Bildungschancen bieten, sie soll auch ein Ort für die Bürger werden.
Spreen spricht sogar von einem "neuen, kleinen Klever Stadtteil". Auch Margret Vosseler ist sich sicher, dass die Geschäftsleute und Bürger kreativ genug sind und attraktive Angebote für die Studierenden entwickeln werden.
Manfred Palmen, der den Fortschritt vom Wettbewerb im Kabinett bis zum Richtfest auf der Baustelle verfolgt hat, weist allerdings daraufhin, dass die Hochschule Rhein-Waal eine technisch, naturwissenschaftliche Hochschule ist. "Und Mint-Fächer sind nun einmal nicht so attraktiv wie geisteswissenschaftliche Studiengänge, die in Düsseldorf und Köln gelehrt werden.
Aber – und hier liegt unser großes Potenzial – Mint-Fächer bilden Ingenieure aus, die wir so dringend brauchen", so Palmen und vergleicht die Hochschule mit Aachen. "Hier entsteht Exzellenz, hier wird gearbeitet."
Bis dahin ist jedoch noch einiges zu tun. Bis auf das Gebäude 18 – der ehemalige Kornspeicher, der abgebrochen wurde und bis zum Ende des Jahres zur Bibliothek wieder aufgebaut werden soll – sind alle Roharbeiten abgeschlossen. Selbst das neue Parkdeck wird voraussichtlich schon im Oktober fertiggestellt sein. "Derzeit befinden sich bereits die Maler und Fliesenleger auf dem Gelände.
Und am Donnerstag werden die letzten beiden Gewerke, Naturstein- und Tischlerarbeiten, vergeben", verrät Gerhard Koenen, Geschäftsführer der Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH. Insgesamt werden 122,3 Millionen Euro im Hafen Kleve verbaut – etwa 30 Prozent davon fließen zurück in die Region. "Wir sind sehr froh, dass wir trotz europaweiter Ausschreibung so viele Aufträge an heimische Handwerker vergeben konnten", sagt Spreen.
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