Kleve: Hochschule: Der Bau liegt still
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 27.12.2010 - 10:17Kleve (RPO). Ende 2010 sollte der Rohbau der Hochschule Rhein-Waal fertig werden. Das Wetter machte den Fachleuten der KKB einen Strich durch die Rechnung – 95 Prozent sind geschafft, der Zeitplan steht noch sicher. Im Januar kommen die Fassaden.
Die Rohbauten der Hochschule Rhein-Waal sollten fertig sein. Die Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft, die das Großprojekt hochzieht, war auch bestens im Rennen. War, denn dann kam der Schnee. "Wir haben 95 Prozent geschafft – uns fehlen vier Wochen, dann hätten wir wirklich alle Rohbauten beendet", sagt Gerhard Koenen, Geschäftsführer der Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft (KKB). Mit dem Schnee mussten die Bauarbeiten eingestellt werden. Nichts ging mehr auf der Baustelle.
Für Koenen kein Grund zur Panik, kein Anflug von Nervosität. "Wir arbeiten jetzt andere Sachen ab", sagt er. Zusammen mit Bauingenieurin Corinna Dietrichs geht er die Pläne durch, werden Ausschreibungen vorbereitet, Rechnungen geprüft. Innendienst, während draußen trübes Winterwetter die Skelette der Institutsbauten umschmeichelt. Doch das Winterbild trügt: Eis bedeckt die Betondecken, Bewehrungseisen staksen aus der Schneedecke und zeichnen die Umrisse der Mensa nach. Dabei sollte deren Bodenplatte längst gegossen sein. Auch das Weihnachtsversprechen für Hochschulpräsidentin Prof. Marie-Louise Klotz, die Decke für die Verwaltung zum Fest fertig zu haben, konnte er nicht einhalten. An Bau 13 ist die letzte Betondecke zwar geschalt, aber noch nicht gegossen.
Die Bauverzögerung halte sich im Rahmen, habe, so Koenen, auch keinerlei Auswirkung auf den Kostenrahmen. "Wir liegen immer noch im Soll", sagt Koenen mit Blick auf das 120-Millionen-Euro-Budget. Die Baustelle wird bis zum 3. Januar liegen, dann sollen die Arbeiten wieder beginnen – wenn das Wetter es zulässt. Am 15. Januar kommt der Fassadenbauer aus München. Er setzt die vorgefertigten Elemente der Fassade auf die bereits in die Betonskelette eingelassenen Halterungen.
Gesicht der Häuser
Die Gebäude werden ihr Gesicht bekommen. Könen weist auf eine wandhohe Detailzeichnung im Baubüro neben dem Speichergebäude. "In diesen Fassadenelementen ist der Sonnenschutz, die Wärmedämmung, die Verglasung gleich integriert", erklärt er auf die einzelnen Details des Plans zeigend. Auch hier droht kein Zeitverzug: Denn die ersten Bauten auf der Westseite des Kanals sind längst abgeschlossen, der Münchner Alu-Fassaden-Profi kann beginnen. Die Fassaden für Mensa und Hörsaalgebäude müssen noch ausgeschrieben werden. "Als Nächstes sind die Dachdecker dran", sagt Koenen. Im März kann sogar schon mit der Haustechnik begonnen werden, Ende 2011 sollen alle Räume der Hochschule beheizt sein – dann ist man nicht mehr vom Wetter abhängig.
Es beginnt der Endspurt: "In einem Jahr haben wir nur noch acht Monate bis zur Eröffnung", rechnet der KKB-Geschäftsführer. Im Juni 2011 werde man deshalb mit der Außenanlage beginnen – es soll alles Hand in Hand gehen. Im Jahr 2011 werden 15 bis 20 verschiedene Gewerke abgewickelt. Insgesamt sind es 30 – inklusive der Einrichtung des Hörsaal-Gebäudes und der Mensa.
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