Kleve: Hülm kämpft gegen die Leukämie
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 08.11.2008Kleve (RPO). Das wird eine wahre Volksbewegung: In Hülm ziehen alle an einem Strang bei der Typisierungs-Aktion,
die hilft, Stammzellspender für Leukämie-Kranke zu finden. Als Gast mit dabei: Borussias „Jünter“ aus Gladbach.goch-hülm Ruth Smets-Lerch weiß es aus eigener, leidvoller Erfahrung in ihrer Familie: „Für viele Kinder, aber auch für Erwachsene ist aufgrund einer schweren Erkrankung eine Stammzell-Transplantation die einzige Hoffnung auf Leben, auf ein Weiterleben. Aber oft kann der ,richtige’ Stammzellspender gar nicht gefunden werden, weil sich bislang einfach viel zu wenige Leute haben typisieren lassen.“
„Das ist wie Doping“
Das möchte Ruth Smets-Lerch nun ändern. Sie stieß das Thema an in „ihrem“ Dorf – und das Dorf zieht mit. Es mache sie schlicht und einfach „glücklich, dass die Menschen so hilfsbereit sind, dass sich die Vereine von der Aktion so haben begeistern lassen“, sagt Ruth Smets-Lerch. Das sei wie „Doping“, ein ungeheurer Ansporn für die große Aktion, die am 30. November in Hülm über die Bühne gehen wird. Smets-Lerch: „Von 11 bis 17 Uhr können sich Besucher in der Alten Schule, also am Kindergarten, Hülmer Straße 238, hier in Hülm typisieren lassen. Das funktioniert ganz einfach, ist in wenigen Augenblicken erledigt. Aber diese Typisierung kann Menschenleben retten, die sonst nicht zu retten wären!“
Eine Auffassung, die „Jünter“ mit den Hülmern teilt. Das Maskottchen der Gladbacher Borussia gibt sich die Ehre und ist am 30. November als „Stargast“ dabei. Da kann er dann gleich die Gastfreundschaft der Hülmer kennen lernen, die aus der „einfachen“ Typisierung ein kleines Fest für Hülm und seine Gäste machen werden, mit Kaffee und Kuchen, weiteren Speisen und Getränken. Natürlich wird an dem Tag auch um Spenden gebeten – denn die Typisierung, also die Analyse der speziellen Gewebemerkmale einer jeden Speichelprobe, ist aufwändig und damit teuer. Muss man Angst haben vor einer Stammzellspende? „Nein“, betont Ruth Smets-Lerch. Wenn man für eine Spende in Frage komme, werde bestimmt, welcher Typ blutbildender Zellen für den Kranken benötigt werde. Die Entnahme beim Spender erfolgt entweder direkt aus dem Knochenmark oder auch aus dem Blutkreislauf, keinesfalls aber, wie immer wieder gesagt wird, aus dem Rückenmark!“
Wer einer Spende zustimmt, wird von einem Arzt auf körperliche Tauglichkeit gründlich untersucht. So werden eventuelle Risiken für den Spender weitestgehend ausgeschlossen. Und das entnommene Knochenmark stellt ein gesunder Körper in vier bis maximal sechs Wochen vollständig wieder her, das ist gar kein Problem!“
Ganz schnell
Und wie schnell jeder Spender selbst zum Betroffenen werden kann – darüber weiß Ruth Smets-Lerch bestens bescheid. „Wenn Sie sich mal in Ihrer Familie oder in Ihrem Freundeskreis umsehen, dann wird auch Ihnen ganz schnell ein Mensch einfallen, der scheinbar plötzlich diese heimtückische Krankheit bekommen hat. Jeder kann schnell in die Lage kommen, Stammzellspenden zu benötigen.“
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