Kleve: Hund ohne Leine: 1000 Euro
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 19.07.2010Kleve (RPO). Das Klever Ordnungsamt kontrolliert im Stadtgebiet nun verstärkt, ob Hunde angeleint sind. Ist das nicht der Fall, drohen drastische Strafen. Hundebesitzer fordern kostenlose Freilaufflächen.
Wie jeden Morgen führt Anneliese M. ihren Schäferhund Milo im zu dieser Zeit noch menschenleeren Kellener Naturpark Gassi. Plötzlich nähern sich ihr von zwei Seiten zwei Mitarbeiter des Klever Ordnungsamts. Die Beiden wollen von der Frau wissen, warum ihr Hund nicht angeleint ist. M. erklärt den Ordnungsamt-Mitarbeitern, dass Milo lammfromm ist und aufs Wort hört, dass sie ihn sofort anleint, wenn Spaziergänger in Sicht sind und dass ihr Schäferhund auch mal eine Fläche brauche, auf der er nach Herzenslust rennen kann. Es hilft nichts. Die Mitarbeiter notieren die Personalien der Hundehalterin und werden ihr in den nächsten Tagen einen Anhörungsbogen schicken, auf dem sie sich ausführlich zur Sache äußern kann. Wird sie noch einmal erwischt, drohen drastische Folgen.
Geld fürs Stadtsäckel
Ob ein Bußgeld ausgestellt wird oder nicht – die Stadt Kleve "verdient" an den Hunden viel Geld. Als Hundesteuer werden zurzeit folgende Beträge erhoben:
Ein Hund 54 Euro.
Zwei Hunde 81 Euro je Hund.
Drei oder mehr Hunde 96 Euro je Hund.
Gefährliche Hunde nach dem Landeshundegesetz: 432 Euro je Hund.
Anleinpflicht überall
"Beim Wiederholungsfall wird ein Bußgeld fällig", erläutert Ralph van Hoof, Leiter des Klever Ordnungsamt. Und das hat es in sich. "Die Spanne geht von 20 bis 1000 Euro. Das hängt auch davon ab, wie der Hundehalter sich äußert", so van Hoof. Im gesamten Stadtgebiet, also auch in allen Parks und Grünanlagen sowie beispielsweise auch auf Naherholungsflächen wie dem Kellener Naturpark, gelte Anleinpflicht, Ausnahmen Fehlanzeige. Seit März vergangenen Jahres seien seine Mitarbeiter aufgefordert, verstärkt die Einhaltung der Anleinpflicht zu kontrollieren.
Viele Hundebesitzer sind damit nicht einverstanden. Sie sind der Meinung, dass es in einer Stadt wie Kleve auch Freilaufflächen geben müsse. Die gibt es auch, aber lediglich im Wald. "Im Wald dürfen Hunde in Rufweite unangeleint laufen", sagt van Hoof. Das Problem ist nur, dass viele Hundebesitzer nicht in Waldnähe wohnen. Eine Alternative wäre ein Hundeplatz, auf dem die Hunde toben und rennen können, ohne angeleint zu sein. Den gibt es auch, beispielsweise in der Spyckstraße, beim öffentlich zugänglichen Hundeauslaufplatz "Klever Hundetreff". Kostenlos ist die Benutzung jedoch nicht: Ein Besuch kostet 2,50 Euro.
Andere Städte, mehr Service
Andere Städte bieten Hundebesitzern, die ihre Lieblinge frei laufen lassen wollen, einen weitaus besseren Service. In Bocholt beispielsweise gibt es den Hundeplatz Hohenhorst. Der wurde von der Stadt einer Interessengemeinschaft überlassen, die das Areal unterhält. Die Benutzung ist für die Hundebesitzer kostenlos. Der Wienburgpark in Münster ist ein wahres Hundeparadies. Außerhalb des Sport- und Spielflächen ist der gesamte Park von der Stadt Münster als Freilauffläche für Hunde ausgewiesen.
Internet Sollten Hunde grundsätzlich angeleint werden oder sollte die Stadt für mehr Freilaufflächen sorgen? Sagen Sie uns unter www.rp-online.de/kleve Ihre Meinung zu diesem Thema.
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