Kleve: Ideen für die Hochschule
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 26.05.2009Kleve (RPO). Stadtschreiber, ein Plan mit den wichtigsten Anlaufpunkten in Kleve und ein Waschsalon: Die Bandbreite der Bürger-Ideen beim Wettbewerb der Volksbank Kleverland zur Hochschule war groß und fand würdige Preisträger.
Es wird ein Zeitdokument werden. Ein wichtiges Zeitdokument. Vielleicht auch ein witziges. Jedenfalls kein unkritisches: Ein Stadtschreiber soll über die ersten Schritte der Kreis Klever Hochschule Rhein-Waal mit Sitz in der Kreisstadt berichten.
Er soll beschreiben, wie er in die Stadt fand, in die Hochschule, wie sich studentisches Leben in der alten Residenzstadt breit macht, wie man zu Lehre und Forschung und der stets damit assoziierten Freiheit findet. Ein Schreiber, den jedermann sofort in der Schwanenburg schreibend sitzen sieht. Hier, an dem Ort, an dem einem anderen Schreiber seine Schrift abhanden gekommen ist, damals im hohen Mittelalter, als Heinrich von Veldeke seine Aenäis in Kleve auf der Burg verlor.
50 Vorschläge
Mehr als 50 Vorschläge kamen bei der Volksbank an. Die Jury unter Schirmherr Bürgermeister Theo Brauer: Hochschulpräsidentin Prof. Marie-louise Klotz, Theo Brauer, Werner van Ackeren, Franz Engelen, Mario Goedhart, Hermann Große Holtforth, Ute Schulze-Heiming. Hans-Josef Kuypers, Jürgen Rauer und Frank Ruffing.
Sabine Prigge, hauptberuflich in den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau zuhause, gewann mit ihrem Vorschlag zum Stadtschreiber den Ideenwettbewerb zur Hochschule Rhein-Waal. 2500 Euro ist ihr Gewinn, 2500 Euro stehen zur Realisierung dieser schönen Idee bereit, so Frank Ruffing, Vorstandsvorsitzender der Volksbank.
Schön und vor allem praktisch, eigentlich ein "Muss" für jedes Erstsemester, ist die Idee von Maren Rombold: Die Designerin aus Tübingen, die in Kleve ihre neue Heimat gefunden hat, schlägt vor, einen Stadtplan Kleves mit den wichtigsten Punkten zu fertigen. Den wirklich wichtigsten Stellen: Wo gibt es das beste Eis, wo den perfektesten Espresso, die schönste Wiese für das lauschige Picknick zu zweit? Und weil Maren Rombold Künstlerin ist, schlägt sie vor, diesen Plan besonders zu gestalten. Zweiter Platz, 1500 Euro für den Vorschlag, 1500 Euro für die Realisierung.
Forschung und Wäsche
Praktisch die Idee von Theresa Kersken: Studenten brauchen nicht nur Lehrer und Forschung, sondern auch eine Waschmaschine. Also schlägt sie eine Waschbar vor: Hier gibt's zur großen Wäsche den Cappuccino oder das Pils oder gar ein Kabarett im Waschsalon. "Da sollte man mal mit Kleves Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl reden – der weiß bestimmt einen passenden Leerstand", schlug Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers vor.
Yanis Ben-Hamida möchte die Stadt sportlich vorstellen. Beispiel: Turmspringen im Sternbuschbad, Karaoke im Nachtcafé. Beide teilen sich den dritten Platz, der mit 1000 Euro datiert ist. Stadtmarketing-Chefin Ute Schulze-Heiming hat zudem einen Sonderpreis von 1000 Euro für die Ideensammlung von Heinz Derksen und André Verheyen vergeben.
"Dieser Wettbewerb ist eine grandiose Idee – es sind Dinge, die uns und später den Studierenden auf der Seele brennen. Das ist ein sehr schönes Geschenk für uns", freute sich Gründungspräsidentin Marie-Louise Klotz.
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