Kreis Kleve: Im Notfall schnell vor Ort
VON CHRISTIAN BREUER - zuletzt aktualisiert: 28.12.2010 - 12:51Kreis Kleve (RPO). Fünf Rettungs- und zwei Nebenwachen gibt es im Kreis Kleve. Dort sind Rettungswagen stationiert, die spätestens zwölf Minuten nach einem Notruf zur Stelle sind. Koordiniert werden die Einsätze im Klever Kreishaus.
Unter der Notruf-Nummer 112 erreicht man die zuständige Kreisleitstelle, die sowohl den Notarzt als auch die Feuerwehr koordiniert.
Beim Notruf sind die fünf „W-Fragen“ wichtig:
Was ist passiert?
Wo ist es passiert?
Wie viele Personen sind betroffen?
Welche Art von Verletzungen/Erkrankungen liegen vor?
Warten auf Rückfragen!
Es ist ruhig im Keller des Kreishauses. Stefan Hartmann und seine beiden Kollegen haben Zeit, von ihrer Arbeit zu erzählen. Kopfhörer und Mikrofon, die den Telefonhörer ersetzen, nehmen sie allerdings nicht ab. Jede Sekunde kann es klingeln, kann ein Notruf eingehen.
Egal, wo im Kreis Kleve jemand die Notrufnummer 112 wählt, der Anruf kommt immer in der Leitstelle in Kleve aus. "Das ist sozusagen das Herz", sagt Jürgen Baetzen, Betriebsleiter des Rettungsdienstes. "Von hier werden alle Einsätze koordiniert, etwa 33 000 im Jahr." Das sind dann nicht nur Notfälle, auch Krankentransporte fallen in den Zuständigkeitsbereich der Kreisleitstelle.
Fünf Rettungswachen – in Emmerich, Kleve, Goch, Kevelaer und Geldern – sowie zwei Nebenwachen in Rees und Wachtendonk stellen sicher, dass der Kreis komplett vom Rettungsdienst abgedeckt ist.
Kreisleitstelle entscheidet
"In neun von zehn Fällen ist spätestens zwölf Minuten nach einem Notruf ein Rettungswagen vor Ort", sagt der stellvertretende Betriebsleiter Friedhelm Welke. Welche Wache einen Wagen und einen Arzt losschickt, entscheidet ebenfalls die Leitstelle. Dann kann es auch sein, dass bei einem Unfall in der Klever Unterstadt ein Rettungswagen aus Emmerich kommt, wenn er gerade näher an der Unfallstelle ist als die Fahrzeuge, die in Kleve stationier sind.
Dass die Anrufer nicht wissen, wo sie sind oder nur unklare Angaben machen, ist immer wieder ein Problem. Dann versuchen die Disponenten in der Leitstelle, durch gezielte Nachfragen den Standort des Anrufers näher einzugrenzen. Überhaupt müssen sie in der Lage sein, am Telefon mit Menschen umgehen zu können.
"Wenn jemand panisch ist, dann muss man den Anrufer manchmal auch sehr deutlich ansprechen", erklärt Hartmann. Genaue Informationen sind für den Disponenten auch dann wichtig, wenn er entscheiden muss, ob er einen Rettungstransportwagen (RTW) mit Notarzt oder nur einen Krankentransporter schicken muss. "Der RTW ist eine kleine rollende Intensivstation", erklärt Welke. Alle Fahrzeuge sind mit Rettungsassistenten besetzt, von Fall zu Fall kommt noch ein Notarzt hinzu.
Wieder klingelt das Telefon, bei Hartmann leuchtet eine rote Lampe auf die seinen Kollegen signalisiert, dass er telefoniert. Nach wenigen Sekunden ist das Gespräch zu Ende. "Da hat wieder einer angerufen und sofort aufgelegt, solche ,Scherzanrufe' gibt es regelmäßig", sagt er – und ergänzt: "Viele Leute wissen nicht, dass wir ihre Nummer auch sehen können, wenn sie unterdrückt ist."
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