Kreis Kleve: Immer mehr Hartz-IV-Empfänger
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 21.01.2010 - 18:18Landrat Wolfgang Spreen beschönigte bei der Vorstellung der Hartz-IV-Zahlen für den Kreis Kleve nichts: „Die seit Monaten schlechte wirtschaftliche Gesamtsituation trifft leider immer mehr die langzeitarbeitslosen Menschen im Kreis Kleve”, sagte er.
Das zeigt sich auch für den Januar. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der zu betreuenden Bedarfsgemeinschaften um 172. Damit sind aktuell 7803 Männer und Frauen mit ihren Familien auf die finanzielle Unterstützung durch das Arbeitslosengeld II („Hartz IV”) angewiesen. Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger, denen eine Arbeit vermittelt wurde, sank. Waren es im November 273 Personen, waren es im Dezember 201.
Zahlen ernüchternd
Auch die Zahlen für das gesamte Jahr 2009 waren ernüchternd. Die Zahl der zu betreuenden Bedarfsgemeinschaften stieg um 669. 4,6 Prozent der Menschen im Kreis waren Ende 2009 auf Leistungen des SGB II (darunter fällt Hartz IV) angewiesen. Im Land lag dieser Anteil bei 8,8 Prozent im Bund bei 7,8 Prozent. Die Zahl der vermittelten Personen lag bei 3165 und sank damit um 925 im Vergleich zu 2008. Besonders drastisch war der Rückgang bei der Vermittlung in Vollzeitarbeitsplätze. Die Zahl sank um 919 von 2337 auf 1418.
Um die Hartz-IV-Empfänger finanziell zu unterstützen, gab der Kreis 2009 99,2 Millionen Euro aus, 5,9 Millionen Euro mehr als 2008. Rund die Hälfte davon fällt auf das Arbeitslosengeld II, der Rest auf Integrationsleistungen (wie Fortbildungen) und Wohnungskosten. 21,6 Millionen Euro vom Gesamtbetrag musste der Kreis selbst aufbringen. „Die finanziellen Aufwendungen werden 2010 noch höher sein”, sagte Spreen. Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht zu erwarten. Wann der Anstieg der Bedarfsgemeinschaften nicht mehr zunehmen werde, wagte er nicht zu prognostizieren. Trotzdem sagt er: „Wir geben den Menschen eine Perspektive, auch wenn es manchmal dauert.”
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