Kleve: Impfung gegen Keuchhusten
zuletzt aktualisiert: 21.01.2011Kleve (RPO). Erwachsene bekommen mittlerweile häufiger Keuchhusten als Kinder. Darüber sprach gestern RP-Redakteur Ludger Distelkamp mit Volker Dorissen, Leiter des DAK-Servicezentrums Kleve.
Wie kommt es dazu?
Volker Dorissen Dreiviertel aller Patienten sind älter als 18 Jahre. Insgesamt mussten 2009 rund 8500 Versicherte wegen Keuchhusten ärztlich behandelt werden. Eine mögliche Ursache sehe ich im fehlenden Impfschutz: Viele Erwachsene vergessen, ihre Impfung aufzufrischen und erkranken dann unerwartet. Im schlimmsten Fall stecken sie so Kinder an.
Wie stecken sich Menschen mit Keuchhusten an?
Dorissen Ausgelöst wird die Krankheit durch Tröpfcheninfektion: Ein kräftiges Niesen reicht aus, um Umstehende anzustecken. Keuchhusten ist eine sehr hartnäckige Krankheit, die wochenlang andauern kann. Oft wird sie nicht einmal erkannt. Viele vermuten zunächst eine starke Erkältung oder Grippe. Später kommt es jedoch zu krampfartigen Hustenanfällen, die auch zum Erbrechen führen können. Das Gemeine: Besonders ansteckend ist die Krankheit, wenn die Symptome noch harmlos sind.
Wie hilft der Impfschutz?
Dorissen Ich empfehle, regelmäßig den Impfschutz vom Hausarzt überprüfen zu lassen. Die Grundimmunisierung erfolgt normalerweise in der Kindheit, danach muss sie aufgefrischt werden. Vollständig geschützt ist jedoch niemand: Trotz Impfung kann es zur Ansteckung kommen, doch ist der Verlauf der Krankheit dann nicht so schwer.
Wie hoch ist die Gefahr bei Babys?
Dorissen Für Säuglinge kann die Krankheit sogar lebensbedrohlich sein. Nach der dritten Impfung, um den vierten Lebensmonat, beginnt der Impfschutz erst zu wirken. Davor sind die Kleinen praktisch ohne Schutz. Alle, die Kontakt zu Babys haben, sollten sich deshalb gegen Keuchhusten impfen lassen. Mit der vierten Impfung, um den ersten Geburtstag herum, ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Die erste Auffrischimpfung erfolgt mit dem Schuleintritt zwischen fünf und sechs Jahren, die zweite zwischen dem neunten und dem 17. Lebensjahr. Die nächste Impfung empfiehlt die Ständige Impfkommission dann im Erwachsenenalter. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.
Info Weitere Informationen unter www.dak.de/impfen.
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