Kleve: Industriestraße eröffnet
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 14.04.2008Kleve (RPO). Samstag wurde die zwölf Mio. Euro teure Industriestraße von Kleves Bürgermeister Brauer feierlich eröffnet. Sie soll das Industriegebiet besser an die Autobahn anschließen. Als Umgehung nach Kleve gewinnt man zwei Minuten.
Es war eine geschichtsträchtige Schere, mit der Kleves Bürgermeister Theo Brauer am Samstag bei strahlendem Sonnenschein das schwarz-rot-goldene Band durchschnitt und damit die neue Industriestraße dem Verkehr übergab. Mit ihr wurde schon Anfang der 60er Jahre die Brücke Kleve-Emmerich eröffnet. Da zur neuen Straße die neue Johanna-Sebus-Brücke gehört – ein Akt mit doppelten Symbolwert.
Damit ist das Klever Industriegebiet deutlich näher an die Autobahn gerückt: Gleich hinter der Emmericher Rheinbrücke geht’s rechts ab auf den alten Oraniendeich, der sich sich bald auf erheblich mehr Verkehr einstellen muss, an Griethausen vorbei, über einen Kreisverkehr auf das neue 3,4 Kilometer lange Teilstück. Von hier aus schnurrt man bei Tempo 70 locker in dreieinhalb Minuten bis zum Hotel Kleve. Insgesamt braucht man auf stressfreier Straße (die erste Ampel ist am Hotel Cleve) knapp sieben Minuten für die rund neun Kilometer von der Emmericher Brücke bis in die Stadt.
Das Industriegebiet gewinnt enorm – vor allem die noch nicht vergebenen Bereiche auf der Kellener Seite des Kanals: Die Autobahn scheint nur noch einen Katzensprung entfernt. Aber taugt die neue Strecke auch als Umgehung für Kellen? Ein Versuch am Samstag zwischen 13.30 und 14 Uhr soll’s zeigen: Sieben Minuten für neun Kilometer sind es von der Brücke über die neue Straße bis zum Hotel Cleve – dort, wo sich beide Strecken treffen.
In Stoßzeiten großer Vorteil
Fährt man geradeaus über die Bundesstraße Richtung Emmericher Straße, ist Stop-and-Go vorprogrammiert: Erster Halt nach eineinhalb Minuten vor der Ampel in Warbeyen. Ab da schleppt sich der Verkehr in Richtung Haus Schmidthausen. Nach 4 Minuten 15 steht man vor der nächsten Ampel: Kreuzung Postdeich/Emmericher Straße. Dann erwischen wir eine grüne Welle – Sparkasse Kellen und Klever Ring – beide Ampeln sind grün. Nächster Halt: Die Ampel an der Flutstraße. Trotzdem: Nach einem Blick auf die Uhr bleiben am Hotel Cleve nur zwei Minuten unterm Strich, die man langsamer war. Dabei ist die Strecke auch noch knapp zwei Kilometer kürzer. Allerdings wird bei Stoßzeiten die Bilanz für die Industriestraße günstiger ausfallen, wenn der Verkehr auf der Emmericher Straße steht und dann die Schlange vor der Ampel an der Flutstraße wartet.
Die so beliebte Ökobilanz wird wohl für beide Teilstücke gleich sein – auf der neuen Strecke zog sich der Zweiliter-Diesel des kleinen Bayern maximal fünf Liter rein, auf der Emmericher Straße war’s bei Stop-and-Go etwas mehr, dafür ist die Strecke kürzer
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